Donnerstag, 28. Mai 2015

Was mir hilft, meinen Weg zu gehen...

Ihr Lieben,

gerade habe ich darüber nachgedacht, was mir eigentlich auf meinem Weg so geholfen hat und nach wie vor hilft. All die kleinen und großen Strohhalme, an denen ich mich festgehalten habe, wenn mal wieder eine Durststrecke oder Herausforderung kam.

Diese Strohhalme möchte ich euch natürlich nicht vorenthalten! ;)

Was mir alles geholfen hat und immer noch hilft:
    1. der Glaube an eine höhere Macht und innere Führung
    Ich glaube, dass es ein höheres Bewusstsein gibt, ich nenne es Seele. Meine Seele kennt den Weg und weiß, warum sie hier ist. Der Verstand kann dazu nichts sagen. Er kann lediglich bereits Erlebtes für seine Bewertung heranziehen. Über die Zukunft weiß der Verstand nichts, aber die Seele alles. Ich überlasse ihr die Führung! Ich glaube an einen Gott (der mit der Kirche nicht viel zu tun hat) und dass wir aus dem gleichen Stoff wie dieser Gott gemacht sind. Wir besitzen die gleiche Macht. Bereits Jesus sagte: "Das alles und noch viel mehr werdet ihr auch tun!" Und meinte damit all die Wunder, die er vollbracht hat.
    Ich glaube an Engel und Geistführer, die für uns da sind und uns unterstützen. Wenn ich also mal den Weg nicht vor mir liegen sehe, dann bitte ich um Hilfe und überlasse alles Weitere der geistigen Welt. Die Hilfe kam bisher immer.

    2. alles liegt in mir
    Alles, was ich glaube von anderen Menschen, Ereignissen oder Dingen bekommen zu müssen, kann ich mir nur selbst geben. Liebe, Erfüllung, Bestätigung, Anerkennung, Vertrauen, Zugehörigkeit, Versorgung, etc. Nichts und niemand, außer mir selbst, ist für all das verantwortlich. Nur ich kann mir all das geben und mein inneres Kind, das in vielerlei Hinsicht verletzt wurde und leer ausgegangen ist, wieder heilen und ihm alles geben, was es noch braucht. Ich übernehme die Verantwortung für mich und meine Bedürfnisse.

    3. das Wissen, dass jeder etwas ganz Besonderes mitgebracht hat in dieses Leben
    In jedem von uns liegt etwas ganz Besonderes, Talente, Fähigkeiten. Auch in mir und in dir! Es gilt, sie lediglich zu finden. Auch wenn sie im Laufe des Lebens zugeschüttet worden sind, sind sie da und es ist nie zu spät, sie auszugraben. Sie liegen näher, als wir meist denken. So nah vor unserer Nase, dass wir sie als selbstverständlich wahrnehmen und nicht als etwas Besonderes. So ging es mir. Aber je näher ich den Fokus auf mich gerichtet habe und meine direkte Umgebung, auf das Selbstverständliche, desto fündiger wurde ich. Jeder, wirklich jeder, kann etwas richtig gut. Jeder hat eine Berufung mitgebracht. Die Welt mag euch lange etwas anderes erzählt haben, auch mir, aber wenn du dich für den Gedanken öffnest, dass auch du etwas Besonderes in dir trägst und kannst, wird es sich dir zeigen.

    4. das Wissen, dass alles vorübergehend ist und es immer ein “danach” gibt
    So schlimm die Lage auch manchmal sein mag, es gibt immer ein danach. Mich an diesem Gedanken festzuhalten, konnte ich schon als Kind mit Bravour. Nämlich dann, wenn es zum Zahnarzt ging. Ich hasste es. Die Vorstellung, dass am Abend alles vorüber ist und ich wieder zu Hause sein kann, lesen, spielen, fernsehen kann, hat mich immer getragen und mir geholfen, es zu überstehen.
    Und so mache ich es heute noch, wenn ich krank bin, unzufrieden, unruhig, verwirrt, unklar, etc. Alles ist vorübergehend und es gibt wieder eine Zeit, in der es mir gut geht.

    5. das Wissen, dass Gedanken Wirklichkeit erschaffen und ich Schöpfer meines Lebens bin
    Ich habe zu allem, was gerade in meinem Leben ist, beigetragen und habe somit auch die Macht es wieder zu ändern. Ich kann immer etwas tun und verändern. Krankheit, Ärger, Konflikte, Probleme jeglicher Art, Wut, Ohnmacht, Einsamkeit... All das habe ich, meist unbewusst, erschaffen. Wenn ich herausfinde, wie das geschehen ist, kann ich es auch ändern.

    6. zum Beobachter meiner selbst werden
     Ich beobachte mich ständig. Wenn mich etwas stört, ärgert, verletzt, dann schaue ich mir die Situationen genau an: Was ärgert mich genau? Was löst diese Situation in mir aus? Welche Gefühle kommen hoch? Was macht das genau mit mir? Wie müsste es sein, dass es besser ist? Ich richte den Fokus immer auf mich, denn die anderen zeigen mir ja nur, wo ich noch wachsen kann. Das Problem liegt nämlich meistens nicht in der Situation an sich, sondern darin, wie wir mit der Situation umgehen, wie wir uns darin fühlen und was sie in uns auslöst. Und das gilt es, sich anzuschauen und zu heilen.

    7. herausfinden, was man ablehnt und das wieder integrieren
    Bei diesen Beobachtungen merke ich oft, was ich noch ablehne. Persönlichkeitsanteile wie faul sein, abhängig sein, giftig sein, schwach sein, usw. All das bin ich auch und darf ich auch sein. Ich erlaube es mir. Meistens lehnen wir auch unangenehme Gefühle ab. Bei mir waren das Wut, Ohnmacht, Angst, Wertlosigkeit, Schuld, Einsamkeit. Das waren so die Hauptgefühle, die ich nie so recht da sein lassen wollte und mich schnell von ihnen abgelenkt habe oder sie unterdrückt habe. Wer fühlt sich schon gerne ohnmächtig? Aber all das gehört dazu, all das darf sein und keine Emotion bringt uns um, wenn wir sie fließen und da sein lassen. Sie haben eine Daseinsberechtigung und gehören zu diesem Leben. Um so mehr ich Freundschaft mit ihnen geschlossen habe, um so seltener wollten sie meine Aufmerksamkeit und es ist Platz für das Gegenteil: Liebe und Kraft, Macht, Vertrauen, Selbstwert, Leichtigkeit, Verbundenheit!

    8. Engelkarten, Bücher über das Leben und wie es gedacht ist, Erfolgsberichte anderer, Heilmeditationen und Vorträge von Robert Betz
    Als ich angefangen habe, meinen Weg zu gehen, habe ich mich sehr oft alleine gefühlt und so, als ob ich das schwarze Schaf wäre, das gegen den Strom der Herde läuft. Mir hat es dann immer sehr geholfen, mich an Menschen zu orientieren, die ebenfalls ihren eigenen Weg gehen. Ich habe tonnenweise Bücher verschlungen, Vorträge gehört und immer wieder im Internet gestöbert, auf der Suche nach Mut machenden Erfolgsgeschichten und positiven Menschen. Das hat mir geholfen, immer weiter zu gehen und den nächsten Schritt auf meinem Weg zu tun.

    9. der eiserne Wille und die Entscheidung, mich mit nichts Geringerem als mit meiner Berufung zufrieden zu geben
    Ich habe mich immer und immer wieder für meinen Weg entschieden! Wie oft habe ich gezweifelt und überlegt, ob ich da wirklich das Richtige tue oder mich verrenne. Sollte ich mir doch einen "sicheren" Job suchen? Sollte ich mich doch operieren lassen? Mein Gefühl sagte mir jedes Mal, dass das keine Alternativen sind und ich habe mich immer für mein Gefühl entschieden, auch wenn mir noch nicht klar war, wie es anders gehen könnte. Wenn du einen Weg finden willst, wird es einen geben! Das habe ich gelernt!

    10. Entscheidungen treffen, Entscheidungen treffen, Entscheidungen treffen
    Aus der Erkenntnis, dass es immer einen Weg gibt, wenn du einen finden möchtest, habe ich auch gelernt, dass wir uns für alles entscheiden können, was uns richtig erscheint. Wir haben den freien Willen und jeden Moment die Wahl! Ich wünsche nicht, ich entscheide mich! Ganz bewusst und mit Überzeugung. Diese Entscheidungen schreibe ich auf. Hier liegen Berge von Zetteln mit Entscheidungen, die ich über die Jahre getroffen habe. Viele habe ich auch an den Badezimmerspiegel geschrieben. Ich entscheide mich und lasse dann los. Mehr muss ich nicht tun. Den Rest erledigt das Leben.

    Hier einige Kostproben meiner Entscheidungen:
    -Ich entscheide mich für Leichtigkeit und Freiheit!
    -Jetzt, in diesem Moment, kann ich alles bezahlen, was ich brauche!
    -Der Weg meines Herzens wird reichlich belohnt!
    -Ich stehe in meinem Leben an erster Stelle!
    -Ich ziehe meine Grenzen und stehe für mich ein!
    -Ich integriere die Kraft der Aggression in mein Leben!
    -Ich sehe mich!
    -Ich erkenne meinen wahren Wert und die Besonderheit meiner Gaben!
    -Ich sehe in mir und anderen das Besondere und Wertvolle!
    -Ich bin göttlich! Ich bin Gott!
    -Ich kann mich auf mein Gefühl verlassen!
    -Mir darf es besser gehen als anderen, weil ich für mich sorge!
    -Ich darf so sein, wie ich bin!
    -Ich entscheide mich für die Freude, bei allem, was ich tue!
    -Ich gehe immer mehr in meine Verantwortung!
    -Ich lasse das Geld in Liebe los und vertraue dem Fluss des Lebens!
    -Ich habe tiefstes Vertrauen in das Leben, bin voller Macht und habe freien Zugang zur Fülle und dem Reichtum des Lebens! Ich genieße meine Freiheit!
    ...

    Ich könnte ewig so weiterschreiben! ;) Tolle Entscheidungen...

    11. der Mut, mir alles anzuschauen und durch alles durchzugehen, was sich mir zeigen mag
    Auch das war eine Entscheidung. Ich wollte mich bis in den letzten Winkel meiner Seele kennenlernen und herausfinden, wer ich wirklich bin. Ich wollte alles ablegen, was nicht mein wahres Wesen ausdrückt. Ich wollte mir alle Wunden anschauen und alles heilen, auf allen Ebenen. Ich wollte ich sein, komplett! Dafür braucht es enormen Mut, denn all den Schmerz nochmal zu durchleben bzw. ihn sich ganz bewusst anzuschauen und damit zu heilen, ist eine echte Herausforderung. Dieser Mut hat sich bezahlt gemacht!

    12. das Wissen, dass wir hier sind, um Erfahrungen zu machen und zu wachsen
    Mein Herz sagt mir, dass wir hier sind, um Erfahrungen zu machen. Unsere Seele möchte sich in ganz vielen Situationen erleben. Für sie ist das Leben ein Spiel, in dem sie sich selbst erfahren, erleben und ausprobieren kann. Die Seele macht mit unserem Körper in dieser Welt Erfahrungen, die sie sonst nicht machen könnte. Sie braucht dafür einen Körper. Diese Sicht der Dinge hat mir schon oft geholfen, Situationen anders, milder, zu bewerten. Geht etwas vermeintlich schief? Es war eine Erfahrung, wichtig wahrscheinlich noch dazu! Ein Projekt zeigt nicht den gewünschten Erfolg? Wieder eine Erfahrung mehr. Etwas, was ich unbedingt wollte, war vielleicht doch nicht das Richtige? Nun weiß ich, was ich nicht möchte. Eine wichtige Erfahrung! Für mich gibt es kein Scheitern. Ich mache Erfahrungen! Es gibt kein Richtig und Falsch, sondern nur das, was dir, deinem höchsten Wohl und dem höchsten Wohl aller zuträglich ist, und das, was dem nicht zuträglich ist. Erfahrungen, egal welcher Art, sind wertvolle Schätze! Unsere Seele lechzt danach. Erfahrungen lassen die Seele wachsen.

    13. das Wissen um die universellen Gesetze
    Habe ich verstanden, wie das Leben funktioniert, kann ich mir die Gesetzmäßigkeiten zu Nutze machen. Einen kurzen Abriss findest du hier:
    http://anja-reiche.blogspot.de/p/spielregeln-des-lebens.html



    Bestimmt gibt es noch viel mehr, was mir geholfen hat. Aber das soll erstmal reichen... Ich kann nur sagen: TUT ES!!!!! Geht euren Weg! Es gibt nichts Erfüllenderes als sich selbst in seiner Großartigkeit zu erleben.


    Herzensgrüße von mir
    die Anja

    Wo ein Wille, da ein Weg!
    Foto: Anja Reiche

    Samstag, 23. Mai 2015

    Die Heilung des inneren Kindes - ein Praxisbericht

    Heute morgen hatte ich eine wundervolle Heilreise mit einem Klienten zu dessen innerem Kind. Ich bin jetzt noch ganz bewegt und möchte euch gerne daran teilhaben lassen. Den Namen habe ich selbstverständlich geändert und die Einverständnis für die Veröffentlichung vom Klienten eingeholt.

    Wie so oft begann die Reise ohne Vorankündigung. Sie ist einfach passiert. Das Thema Selbstbewusstsein, Selbstliebe und eigene Wertschätzung waren für Gregor schon länger ein erstrebenswertes Ziel. Heute morgen hatte ich dann plötzlich ein Bild von dem kleinen Gregor mit 4-6 Jahren. Er war total einsam und bekam von seinen Eltern nicht die nötige Aufmerksamkeit. Der Vater erschien zwar immer kurz am Blickfeldrand, war aber immer nur im Kommen und Gehen und beachtete den kleinen Gregor gar nicht. Der Vater war nur im Tun und ständig am Arbeiten. Er hatte Wichtigeres zu tun. Die Mutter war zwar da, aber auch immer viel zu beschäftigt mit all den anderen Kindern, dem Haushalt und ihren Pflichten. Auch sie konnte dem kleinen Gregor nicht genügend Aufmerksamkeit, Wärme und Zuneigung geben. Der Junge war völlig alleine, verlassen und war es nicht gewöhnt, dass sich jemand nur um seinetwillen mit ihm beschäftigte. Trotz der vielen Menschen um sich rum, bekam er nie das Gefühl vermittelt, dass er wertvoll ist, dass er es wert ist, dass man mit ihm Zeit verbringt, dass man ihm Aufmerksamkeit schenkt, einfach nur, weil er ist, wie er ist. Wenn er Aufmerksamkeit bekam, dann nur, weil er ein bestimmtes Verhalten an den Tag legte, brav und artig war oder fleißig. Zuneigung war mit Leistung verbunden.

    Ich besuchte diesen kleinen Jungen im inneren Raum des erwachsenen Gregors. Der Kleine saß zusammengekauert auf der Erde und malte mit einem Stock in der Erde, alleine. Ich spürte eine enorme Einsamkeit, Verlassenheit und da war ganz viel brennender Schmerz in der Magengrube. Schmerz von den ganzen Verletzungen, Zurückweisungen und Enttäuschungen. Klein-Gregor litt schrecklich und er krümmte sich unter seinem emotionalen Schmerz und all dieser Schmerz floss durch mich durch. Da kam der erwachsene Gregor in den Raum. Er blieb mit etwas Abstand zu dem Jungen stehen, schien noch etwas überfordert mit der Situation. Der Junge sah sein erwachsenes Ich und wusste sofort, dass nur von ihm wirkliche Hilfe und Heilung ausgehen konnte. Der Junge wusste sofort, dass er jetzt nur noch von dem großen Gregor all das bekommen konnte, was er von den Eltern hätte haben müssen. Er lief auf den Erwachsenen zu und schmiegte sich an ihn. Der große Gregor nahm den kleinen etwas verunsichert in den Arm, wurde aber zunehmend sicherer und fühlte sich wohler in seiner Rolle als Beschützer, Heiler und Erwachsener. Die beiden genossen die Nähe und der Kleine tankte richtig auf. So lange hatte er darauf gewartet, dass er gesehen wurde, dass er einfach geliebt wurde, so wie er war und Nähe bekam. Im nächsten Moment schienen die beiden zu verschmelzen und zurück blieb der erwachsene Gregor.

    Dann scharten sich Engel um ihn. Sie umringten ihn und sagten ihm, dass sie immer für ihn da waren und auch weiterhin sein werden. Ein Gefühl von Wärme und Geborgenheit breitete sich aus. Die Engel kamen näher und umschlossen Gregor, sie bildeten einen Energiering um ihn herum, hell und leuchtend, das Licht floss durch Gregor und eine Reinigung begann. Die Engelenergie durchdrang Gregor bis in die letzte Zelle und alles Alte, alles Hinderliche, Schmerzhafte, Angestaute, schwarz und klebrig, was noch in Gregor war, wurde gelöst und transformiert. Sein Energiekörper wurde immer lichter und heller, leichter und strahlender. Er stand da mit ausgebreiteten Armen und genoss diese Reinigung, Leichtigkeit stellte sich ein und ein neues Gefühl von Freiheit und Größe. Er leuchtete nun von innen heraus, golden und strahlend. Die Engel gingen so schnell wie sie gekommen waren. Da kam ein neuer Engel. Er stellte sich direkt vor Gregor und überreichte ihm sein Zepter. Dann hängte er ihm seinen weißen Umhang um und setzte ihm seine goldene Krone auf. Der Engel übergab ihm seine Symbole der eigenen Macht und erinnerte ihn an den König, der er immer schon gewesen ist, was er nur im Laufe des Lebens vergessen hatte. Ein wirklich bewegender, ergreifender Moment, die Tränen flossen nur so bei mir und auch Gregor war sichtlich berührt, aber auch noch etwas unsicher, ob seiner neuen Macht. An dieser Stelle wusste ich, dass es getan war. Mehr war für den Augenblick nicht zu erledigen. Gregor hatte auf energetischer Ebene alles bekommen, was gerade wichtig für ihn war.

    Nun dürfen wir gespannt sein, was die nächsten Wochen und Monate für Gregor so bringen. In seinem Energiefeld ist die Macht vorhanden. Sie darf sich nun auch in der materiellen Welt zeigen und integrieren und er darf sich an den Gedanken gewöhnen wertvoll zu sein, machtvoll und göttlich!

    Und auch hier passt wieder der Satz: Es ist an der Zeit, dass ein jeder in seine wahre Größe kommt! Ein jeder ist eigentlich sein eigener König, seine eigene Königin, ein jeder Schöpfer seines Lebens, ein jeder machtvoll, göttlich und heilig. Wir müssen uns nur daran erinnern!

    Ich wünsche euch ein wundervolles Pfingstfest. Möge der heilige Geist auch euch durchdringen!


    Foto: Anja Reiche

    Donnerstag, 21. Mai 2015

    Etwas großes bahnt sich seinen Weg

    Irgendetwas bahnt sich seinen Weg zu mir. Ich bin umtriebig und merke, dass sich mir etwas ganz großes, wunderbares, gigantisches offenbaren möchte. Etwas möchte fließen und gesehen werden, in mein Leben treten. Den ganzen Tag schon fühle ich mich, wie wenn ich auf der Suche wäre nach dem entscheidenden Hinweis. Ein Satz oder ein Bild, das den Groschen fallen lässt. In einer ruhigen Minute bekam ich vorhin dazu ein ganz großartiges Gefühl. Da war diese Vorfreude und dieses unbändige Glück. Ich sah ein großes etwas, das noch verhüllt zu sein schien. Es fühlte sich auch an wie Reichtum. Ob materiell oder immateriell kann ich noch nicht sagen. Vielleicht beides... Wenn ich daran denke, dann rieselt mir eine angenehme Gänsehaut über den ganzen Körper. Mehr zeigte sich mir vorhin nicht. Es ist noch nicht an der Zeit. Auch die zwei Karten der Erkenntnis, die ich dazu ziehen sollte, machen noch keinen Sinn. Aber auch das wird sich fügen, wenn es so weit ist. Noch kann ich das ganze nicht greifen, noch weiß ich nicht, was es sein kann, was sich da ankündigt und wann es sich zeigt. In meinem Energiefeld arbeitet es auf Hochtouren. Ich weiß auch gar nicht auf was ich meine Energie richten soll. Ich könnte so viel machen, aber so richtig Lust und Kraft habe ich zu nichts und trotzdem fühlt es sich an, wie wenn ich überschüssige Energie hätte und einmal um den Block laufen müsste. ;) Ich kenne solche Zustände. Sie sind der Vorbote von ganz wichtigen Erkenntnissen und Momenten. Die Unruhe vor der neuen Klarheit, die Vorstufe zu einem neuen Wachstumsschritt, zu neuer Größe.

    An solchen Tagen bin ich dann besonders aufmerksam und lausche ständig in mich, was ich denn möchte und gerade brauche, nach was mir ist und ob es denn schon etwas "Neues" von "oben" gibt. Ich bin empfangsbereit mit jeder Phaser meines Körpers. Jede Zelle ist auf Annahme und Empfang programmiert, ganz weit und offen. Und im richtigen Moment werde ich es merken und neue Ruhe und Klarheit wird sich einstellen zusammen mit einer wundervollen Erkenntnis oder einem wunderbaren Ereignis. Ich freue mich darauf!


    Foto: Anja Reiche

    Montag, 18. Mai 2015

    Wie in Watte - mittendrin und nicht dabei

    Kennst du das Gefühl völlig neben dir zu stehen? Dinge um dich herum geschehen und du bist zwar körperlich anwesend, aber es berührt dich nicht? Du bist irgendwie ganz weit weg, wie im Nebel oder von Watte umhüllt. Spürst nichts so richtig... Manchmal ist diese Watte fast greifbar. Nichts dringt zu dir durch. Du begegnest Menschen, aber sie erreichen dich nicht, vielleicht berühren sie dich körperlich, aber nicht deine Seele. Wie unter einer Glocke, mittendrin, aber nicht dabei. Abgegrenzt. Du funktionierst, gehst deiner Arbeit nach, lächelst, hältst munter den Kopf oben, obwohl dir eigentlich ganz tief drin, so gar nicht danach ist. Am liebsten würdest du schreien und den Kopf gegen die Wand schlagen, nur um endlich wieder etwas zu fühlen. Vielleicht lächelst du, um dir selber zu "beweisen", dass alles in Ordnung ist und du wirklich glücklich bist. Oder um nicht bei anderen anzuecken, wenn du mal nicht so gut drauf bist. Um keine Ablehnung zu erfahren, weil du ja eigentlich gar keine Probleme hast.

    Ich könnte mir vorstellen, dass diese Watte vorwiegend dazu da ist, dass du all das Abgelehnte und Unterdrückte an dir und in dir nicht wahrnehmen musst. Eine Schutzfunktion quasi, weil du eventuell Angst vor all diesen Dingen hast, Angst sie zu fühlen, Angst, ihnen ins Auge zu sehen, Angst vor dem, was kommt, wenn du sie dir anschauen würdest. Trauer, Angst, Wut, Ohnmacht, Schmerz, Schuld, Scham, Schwäche, Niedergeschlagenheit, Erschöpfung, Faulheit, all das gehört zu unserem Leben dazu. All das möchte da sein dürfen, angenommen werden und gefühlt werden. Es ist nichts, was dich umbringen könnte. Du bist jetzt erwachsen und hast die Kraft und die Macht da jetzt durchzugehen. Und dann löst sich auch die Watte. Durchfühle das "Negative", dann wird auch das "Positive" wieder zu dir finden.

    Verdrängte Gefühle können sich durch Schmerz in der Brust, durch Druck, Schwere und Enge äußern. In der Brust sitzt das Herz und die Gegend rührt sich oft, wenn man seinem Herzen nicht folgt oder man Gefühle unterdrückt (welcher Art auch immer - meist sind es ja die unangenehmen Gefühle, die man nicht so recht haben will). Deine Herzgegend kann reagieren, wenn du dich verleugnest.

    Du hast eine wunderbare und großartige Seele, die sich hier auf Erden zum Ausdruck bringen möchte, aber dein Körper und dein Verstand lassen es noch nicht zu. Zu groß ist die Angst vor der Ungewissheit, wo dich dein Herz hinführen würde. Zu groß die Angst davor, dass scheinbare Sicherheiten dann wegbrechen würden. Es scheint, als würdest du viele Aspekte von dir noch ablehnen und leugnen. Tiefe Wünsche, große Sehnsüchte, "Eigenarten", Wesenszüge, Vorlieben.

    Nimm das Abgelehnte an, fühle das "Negative", umarme es, lade es ein, dazusein. Meine Erfahrung und mein Herz sagen mir, dass das der einzige Weg ist, zu dir selbst zuurückzukommen. Allen Mut zusammen nehmen und sich all dem stellen. Sich all das sehenden Auges bewusst machen, den Schmerz nochmal fühlen, die Angst durchleben und damit ins fließen bringen und loslassen können. Dinge, die du nicht an dir haben möchtest und ablehnst, denen gibst du um so mehr Macht und Energie und manifestierst sie damit immer fester in deinem Leben. Was du loswerden möchtest, klebt an dir. Was du liebst, kann in Frieden gehen.

    Wenn du einen Weg zu dir finden möchtest, dann wird es ihn geben! Wenn du einen Weg in die Freude und die Leichtigkeit willst, wirklich willst, dann wird es einen geben! Wo ein Wille, da ein Weg. Und zwar immer! Deine Seele will sich entfalten und tanzen vor Freude, sie will raus aus ihrem Gefängnis, will explodieren und dich in deine wahre Größe führen, zu deinem wahren Wesen! Es ist an der Zeit!

    Da, wo du gerade stehst, stehen im Moment ganz viele. Es ist ein kollektives Thema und viele brechen jetzt aus ihren alten Mustern. Es geht einfach nicht mehr so weiter wie bisher. Du bist nicht alleine! Und es ist völlig normal, dass es so ist, wie es ist. Du hast nichts verkehrt gemacht. In diesen Tagen geschieht viel Heilung und es zeigt sich auch viel an Themen. Altes zwickt enorm. Alles, was dir nicht mehr dienlich ist, möchte entlassen werden. Wir sind im Aufbruch, die Menschheit ist im Aufbruch in eine neue Zeit. Eine Zeit voller Leichtigkeit, Freude, Authentizität, Bewusstheit, Gesundheit, Selbstverwirklichung, Selbstliebe, Erfüllung und Fülle. Geh mit! 

    Heute vor genau drei Jahren habe ich die folgende Meditation zur Selbstliebe und Annahme von negativen Gefühlen veröffentlicht. Heute ist dieses Thema präsenter denn je.






    Ich schicke dir eine riesen Ladung Mut und positive Energie!

    Herzensgrüße von mir
    Anja

    Mittwoch, 13. Mai 2015

    Wenn man sich selbst verleugnet...

    In mir arbeitet es wieder und alter Schmerz sucht sich seinen Weg nach draußen. Die Tränen fließen und unterstützen mich bei der Reinigung. Der Frieden in mir ist erst mal wieder einem heftigen Schwung Ohnmacht gewichen, dann kam der Schmerz und das alte Leid. Der Zahn, der schon fast wieder gut war, pocht wieder. Also habe ich mal wieder Kontakt zu ihm aufgenommen.

    Das, was mir der Zahn zeigt, ist schon uralt. Es fühlt sich an, als ob das ganze Leid, das ich mir in den vergangenen Jahren und Leben selber zugefügt habe, abfließen möchte. Es brodelt noch. So viele Konflikte hatte ich in mir bezüglich dem, was ich wollte und dem, was andere von mir erwartet haben. Diese Konflikte, die bis an die Wurzel der eigenen Existenz gehen. Diese Konflikte zwischen meinem wahren Wesen und den Ansprüchen anderer, der Gesellschaft, der Familie, der Tradition. Diese Zerrissenheit, dieser Kampf, der innere Druck. Das Hin und Her zwischen Herz und Verstand. Das alles war total anstrengend. Ich habe mich so oft selbst verletzt, mich verbogen und verleugnet und mich nicht getraut, einfach ich zu sein. Ich spüre, dass das jetzt zu Ende geht, dieses sich selbst verletzen. Aber wahrscheinlich will der Schmerz, das Leid nochmal gesehen werden und abfließen. Ich denke, dass es in nächster Zeit immer mal wieder diese Phasen geben wird, wo Altes abfließt und sich die angestauten Gefühle lösen können. Über Jahre und vielleicht Jahrhunderte hinweg hat sich das alles angesammelt. Die Heilung ist ein Prozess und ich denke, dass sowas nicht von heute auf morgen geht. Allerdings glaube ich auch, dass wir mittlerweile in einer Zeit leben, in der es dennoch verhältnismäßig schnell geht. Wir haben alle erdenkliche Unterstützung aus der geistigen Welt und die Erdschwingung ist entsprechend hoch. Es wird keine Jahre dauern, eher vielleicht ein paar Wochen oder Monate. Und das ist verdammt kurz, im Vergleich zu der Zeitspanne, in der es entstanden ist.

    Ich merke, dass es mir unendlich leid tut, dass ich mich so oft verleugnet habe, nicht zu mir gestanden habe und ich habe mich heute auch schon mehrmals bei mir selbst entschuldigt, dass ich mir all das angetan habe. Ich weiß, dass ich es nicht besser konnte, dennoch hat mein Körper ganz schön was einstecken müssen, an den Stellen, an denen sich all diese negativen Überzeugungen, die Konflikte, der Druck, der Stress, die verdrängten Gefühle "abgelagert" haben. Mein Körper hat mir schon an mehreren Stellen gezeigt, was ich da fabriziert habe.

    Aber so ist es nun mal gerade und nun gilt es, die Heilung immer weiter voranzutreiben. Der Tag wird kommen, an dem alles gelöst ist, an dem alles geheilt ist. Und darauf freue ich mich!

    Gestern habe ich ein Zitat aus dem Buch "Gespräche mit Gott 1" von Neale Donald Walsch gefunden, das auch hier ganz passend ist:

    "Denn wenn ihr Gott gleichgestellt seid, dann bedeutet das,
    dass euch nichts getan und alles von euch erschaffen wird.
    Dann kann es keine Opfer und Schurken mehr geben - nur noch
    das Ergebnis eures Gedankens in bezug auf etwas."
    Gespräche mit Gott 1, S. 122


    Das gilt auch für Krankheiten, Symptome, Schmerzen. Uns geschieht nichts einfach so, wir sind kein Opfer unseres Körpers und seinen Erscheinungen. Wir sind kein Opfer von irgendeinem Gott, der zufällig und willkürlich Krankheiten verteilt. Wir sind Schöpfer und finden in unserem Leben lediglich das vor, was wir denken. Bewusst oder unbewusst...

    Und wenn ich mich über lange Strecken selbst verleugne und mein wahres Wesen nicht zum Ausdruck bringe, dann braucht es niemanden zu wundern, dass der Körper irgendwann Signale sendet und uns darauf aufmerksam machen möchte. Ob wir hinhören und diese Signale sehen wollen, bleibt uns überlassen.


    Dienstag, 12. Mai 2015

    Hingabe - die Bereitschaft zu Empfangen

    Hingabe... Was für ein wunderbares Wort! Es fühlt sich für mich leicht an, leidenschaftlich, voller Vertrauen, sinnlich. Aber auch still, sanft und demütig. Hingabe fühle ich mit dem ganzen Körper, mit allen Zellen. Ich gebe mich dem Leben hin, lass geschehen und nehme alles, was kommt, in dem Wissen, dass es meinem höchsten Wohl dient, in dem Wissen, dass ich wirklich etwas bekomme und zwar alles, was ich brauche.

    Hingabe, für mich die Grundvoraussetzung, um empfangen zu können, die Geschenke des Lebens entgegennehmen zu können. Wenn ich mich hingebe, dann möchte ich nichts kontrollieren, dann möchte ich nichts festhalten, dann stelle ich keine Bedingungen. Wenn ich mich hingebe, weiß ich, dass alles, was kommt, gut für mich ist.

    In einer Meditation, in der ich vor einigen Jahren mal Kontakt zu meinem Bankkonto aufgenommen habe, habe ich gefragt, was ich denn tun muss, um im Reichtum zu leben. Die Antwort war einfach: "Nichts! Halt einfach die Füße still und vertraue. Dir wird gegeben." Damals war ich noch sehr Kopfmensch, getrieben von blindem Aktivismus und nicht in der Lage, loszulassen. Ich sah ein Bild von einer Frau in der Natur, die voller Vertrauen seitlich an einen umgefallenen Baumstamm gelehnt dasaß, hingebungsvoll, empfangsbereit und entspannt, voller Frieden. Ein Arm lag auf dem Baumstamm, die Handfläche nach oben, die andere Hand lag in ihrem Schoß, die Handfläche nach oben, empfangsbereit, aber ohne Forderung. Das Gefühl, das dieses Bild begleitet hat, ist kaum in Worte zu fassen. Diese Frau wusste, dass für sie gesorgt ist. Diese Frau wusste, dass sie dem Leben vertrauen kann, dass alles kommt, was sie braucht. Diese Frau liebte das Leben, war komplett im Augenblick, im Hier und Jetzt und nichts anderes zählte. Diese Frau wollte nichts festhalten, vielmehr war sie in der Lage alles loszulassen, sich fallenzulassen. Für diese Frau war gesorgt. Sie war geborgen in dieser Welt, eins mit dem Universum, Teil der Natur, angebunden.

    Diese Frau und dieses Gefühl waren seit dem mein Vorbild, mein Ziel. Ich war fest entschlossen, das in meinem Leben zu manifestieren, dahinzukommen, wo diese Frau war. Mein Herz rief mir zu, dass das die höchste Wahrheit über Reichtum ist. So ist es vom Leben gedacht. Mein Verstand wollte Beweise. Doch so läuft das nun mal nicht. Erst weiß ich es, dann erlebe ich es und nicht umgekehrt. ;) Mein Verstand hat sich schon an vieles gewöhnt...

    Der Weg zu dieser Hingabe verlief wellenförmig. Mal war ich oben und konnte ganz in diesem Vertrauen sein, mal war ich wieder unten und ganz weit weg davon. Immer wieder tauchten hinderliche Glaubenssätze und Überzeugungen auf, die gelöst werden wollten. Verdrängte Gefühle wie Schuld und Wertlosigkeit wollten angenommen werden. Die Ausschläge der Wellen wurden niedriger, das Vertrauen wuchs von Tag zu Tag, das Herz übernahm immer mehr die Führung. Irgendwann in dieser Zeit, in diesem Prozess ist dieses Bild entstanden.


    Hingabe
    (Foto und Bild: Anja Reiche)


    Für mich drückt es all das aus, was diese Frau damals in der Meditation verkörpert hat. Ein Ausdruck meiner tiefsten Überzeugung! Ein Bild, das mein Herz gemalt hat!

    Und heute fühle ich all das. Heute bin ich diese Frau!



    Nachtrag vom 20.06.2015:
    Gerade habe ich einen wundervollen Artikel über Hingabe im Netz gefunden. Den möchte ich euch gerne zeigen. http://eva-maria-eleni.blogspot.co.at/2015/06/sommersonnenwende-21615.html

    Sonntag, 10. Mai 2015

    Das Alte geht zu Ende

    Irgendwie habe ich heute schon den ganzen Tag eine ganz feierliche Stimmung. Etwas scheint zu Ende zu gehen, etwas Altes. Es fühlt sich an, wie wenn ich endlich das Kapitel der Begrenzungen und Beschränkungen zumachen könnte. Ich kann es hinter mir lassen. Zurücklassen. Loslassen. Es ist, als ob ich alles Alte, das mir nicht mehr zuträglich ist, am Wegesrand stehenlassen könnte. Ich sehe es noch, wenn ich mich umdrehe, aber ich bin schon einen Schritt weiter. Und es ist ein gutes Gefühl, den Rucksack und all den Ballast da stehen zu lassen und zu wissen, dass ich es nicht mehr tragen muss, dass mein Weg jetzt um einiges leichter sein wird. Dass ich jetzt genießen kann, hüpfen, springen, tanzen, ohne dass mir das Gepäck auf die Schultern drückt und gegen den Rücken schlägt. Hüpfen, springen, tanzen in aller Leichtigkeit, nur ich mit mir. Mein Gott diese Freiheit, wenn ich mich jetzt wieder nach vorne wende und ganz leicht, ohne all die Last, meinen Weg vor mir liegen sehe. Ein herrliches Bild, ein wunderbares Gefühl. Da ist so viel Vorfreude, auf alles, was noch kommt. Da ist so viel Dankbarkeit für alles, was ich bisher erleben durfte, was ich erkennen durfte, für all die "Stolpersteine", die mich sooo viel reicher gemacht haben, die mich weiter zu mir geführt haben. Ich kann ohne Zorn zurückblicken. Es war wie es war und es war gut so, genau so! Und da stehe ich nun. FREI! Voller Demut und Dankbarkeit, voller Vertrauen, ganz bei mir, völlig zentriert, zufrieden.
    Genauso wie heute mein Buch über Ägypten zu Ende ging, in dem ich mich und meine Themen so oft wiederfand, das mir so viel offenbart hat über mich und meine vergangenen Leben, geht auch heute anscheinend mein eigenes Kapitel der Begrenzungen zu Ende, hier in diesem Leben. Ich sitze gerade auf der Terrasse und schreibe, spüre in mich, wo ich stehe, Tränen der Rührung in den Augen. Die Vögel zwitschern und es herrscht eine himmlische Ruhe, ein alles durchdringender Friede, in mir und um mich. Der Frühling bringt neues Leben und kündigt Wachstum an. Genau! Eine neue Zeit bricht an, weil ich für mich gesorgt habe, weil ich mutig war, weil ich es wollte. Dafür danke ich mir!!!

    Zeit, die Flügel auszubreiten und zu fliegen!!!


    Foto: Anja Reiche

    Donnerstag, 7. Mai 2015

    Der Weg meines Herzens wird reichlich belohnt

    Nachdem ich ja gestern ganz tief, ganz hinten, ganz unten noch hinderliche Überzeugungen gefunden habe, ist mir eben ein Satz eingefallen, mit dem ich die alten Überzeugungen ersetzen möchte. Ein Satz, der sich herrlich kraftvoll anfühlt und mein Herz ganz weit werden lässt. War ich bis gestern unbewusst noch davon überzeugt, dass mein Herzensweg immer irgendwelche Nachteile mit sich bringt, denke ich ab heute folgendes:
    Der Weg meines Herzens wird reichlich belohnt!
    Ein wundervoller, kraftvoller Satz und mein Herz signalisiert mir, dass er wahr ist. Der Satz fühlt sich frei an, weit, warm und geborgen. So wie sich die höchste Wahrheit eben anfühlt. ;) 

    bereit befüllt zu werden
    Foto: Anja Reiche


    Mittwoch, 6. Mai 2015

    An der Wurzel der Begrenzungen

    Gott, ich kann euch gar nicht sagen, wie es heute in mir arbeitet. Vorhin ist mir wieder ein Aspekt klar geworden, in dem ich die Belange anderer vor meine eigenen stelle. Dabei dachte ich, dass ich in der Hinsicht schon alle "Karteileichen" gefunden hätte. Aber so kann man sich täuschen. Wieder einmal bin ich fasziniert, wie tief sich solche unbewussten Muster im Laufe der Zeit eingegraben haben. Ich bin wirklich ein sehr bewusster Mensch, reflektiere und schaue mir alles genau an. Und dennoch kommt es manchmal noch vor, dass sich ganz tief unten noch eine Begrenzung findet.

    Ich habe heute morgen alle geistigen Wesen, das Universum und überhaupt das ganze Leben darum gebeten, mich an die Wurzel der Begrenzungen zu führen und mir zu zeigen, wo ich ansetzen kann, um mich aus der Unfreiheit in die Freiheit zu begeben, um aus der Ohnmacht ein für alle mal in die Macht zu kommen. Wieder hatte ich ein inneres Bild, dass ich mich durch die Erde tief nach unten gegraben habe, zu dem Ursprung der Unfreiheit. In einem kleinen Raum tief unten fand ich einen Stein, eine Art größeren Kieselstein. Er war kalt und als ich ihn anfasste durchlief mich ein eiskalter Schauer. Es stellte sich heraus, dass der Stein die Überzeugung darstellte, dass ich nie meinen eigenen Weg gehen kann, dass ich immer auf irgendeine Weise gehindert oder bestraft werde. Diese Überzeugung hat sich über viele Leben ganz tief in mir drin festgesetzt. So stark festgesetzt, dass ich noch nicht einmal mehr äußere Einflüsse für diese Einschränkungen brauchte, sondern ich sabotierte mich schon selber. Nun waren es keine Menschen oder Kulturen, die mich an meinem Weg und meiner Freiheit hinderten, sondern das übernahm mein Körper. Wie oft habe ich mich durch plötzliche, heftige Schmerzen und Krämpfe machtlos gefühlt. Wie sehr habe ich mich durch mein Knie, das bei längeren Strecken schmerzte, eingeschränkt gefühlt. Und immer, wenn eine "Krankheit" heilte, trat die nächste Einschränkung auf. Diesmal der Zahn, der mich daran hindert, im Moment zu genießen, in Form von genüsslich essen. Ich saß da also in dieser kleinen, unterirdischen Kammer, die zwar beleuchtet war, aber fernab der Welt, fernab vom Leben und erkannte, dass dieser Stein meine eigene Überzeugung, meine eigene Sabotage symbolisierte. Als ich merkte, dass ich mich selber in dieser kleinen Kammer festhielt und mich selber daran hinderte ans Licht und in die Welt zu kommen, begann ich mich freizuschaufeln. Ich musste lachen, als sich tatsächlich der Schimpanse der Ohnmacht zu mir gesellte und mir fleißig half. Selbst die Ohnmacht wartete anscheinend nur auf meinen Einsatz. ;)
    Oben angekommen strahlte die Sonne. Dann fiel mir der goldene Käfig wieder ein, aus dem ich neulich noch meine ganzen Ahnen und mich in die Freiheit entlassen hatte. Den Schlüssel hatte ich immer noch. Meine Ohnmacht hatte ihn mir heute morgen in einer kurzen Sequenz wieder gegeben. Welch Symbol, dass ich selbst den Schlüssel zur Freiheit in der Hand habe. Ich ging gedanklich noch einmal in den Käfig und stellte fest, dass jeder einzelne Gitterstab ein Erlebnis war, das meine Überzeugung festigte, dass ich machtlos bin und niemals meinen Weg gehen kann. Daraufhin schoben sich all die Stäbe zu einem Floß zusammen, auf dem ich in Freiheit auf dem Fluss des Lebens segelte. Meinem Fluss des Lebens. An meiner Seite die Ohnmacht (Schimpanse) und auch die Macht (ein starkes Gorillamännchen, das sich mir schon öfter gezeigt hat).
    Nach diesen Bildern hatte ich noch immer nicht das Gefühl, dass es das gewesen ist. Irgendwas wollte noch gelöst und geheilt werden. Also fragte ich nach dem Anteil in mir, der immer dafür sorgte, dass ich mich selbst beschränkte. Es zeigte sich ein strenger Kontrolleur, der immer darauf bedacht war, dass die Bedürfnisse aus meinem Umfeld befriedigt wurden, dass ich brav und artig bin und immer den Ansprüchen der anderen gerecht werde. Ich fragte ihn, warum er das tun würde. Und dann bemerkte ich, dass er nur so streng war und andere in den Vordergrund stellte, weil er Angst hatte. Er hatte schreckliche Angst und wollte mich und sich schützen. Denn es war schon so oft, in so vielen Leben zu Nachtteilen und Strafen für mich gekommen, wenn ich mein Ding machte. Ich hatte dadurch mehr als einmal alles verloren, allen Besitz, allen Reichtum, ein Zuhause, eine Familie. Davor wollte er mich bewahren, in dem er peinlichst darauf achtete, was mein Umfeld von mir verlangte. Er war richtig gestresst von der Aufgabe. Logisch, es jedem recht zu machen ist nun mal anstrengend. Da kam mein Herz dazu, mein Herz, dem ich einfach nur folgen will, mein Herz, das den Weg kennt, das meine Fähigkeiten und Potentiale kennt, das weiß, warum ich hier bin, was ich hier leben möchte und was mich wirklich erfüllt. Sie standen sich gegenüber und mein Herz versicherte dem Kontrolleur, dass wir nun in einer Zeit leben, in der das Herz tatsächlich zum Erfolg führt, dass es nun keine Nachteile mehr daraus gibt, ganz man selbst zu sein. Der Kontrolleur war recht zögerlich, wollte es aber gerne glauben, was das Herz erzählte, denn ihm war sein Job wirklich zu anstrengend und er mochte auch nicht mehr in der ständigen Angst leben, irgendwen zu verärgern. Das Herz fragte, ob der Kontrolleur nun darauf achten wollte, ob wir wirklich immer den Herzensweg gehen. Und er stimmte zu, stellte sich an die Seite des Herzens und freute sich auf seine neue Tätigkeit.

    Nach all den wunderbaren Ereignissen in meinem Inneren hatte ich zwar das Gefühl, dass sich schon viel gelöst hatte, aber der Knoten noch nicht ganz geplatzt war. Also bat ich die Engel mich zu führen und ging anderen Tätigkeiten nach.

    Vorhin, am späten Nachmittag, überkam mich dann eine so unsagbare Wut über all den Schmerz, vor allem körperlichen Schmerz, den ich die letzten Jahre ertragen musste, dass ich nur so weinte. Und dann fiel es mir wie Schuppen von den Augen, wo ich mich noch immer selber beschränkte. Bei all meinen Beschwerden und Krankheiten, mit denen ich persönlich ziemlich gut umgehen kann, weil ich weiß, wie ich zur Heilung komme und sie alle einen Sinn haben, habe ich doch ganz tief drin immer noch die Befürchtung gehabt, dass mein Partner oder mein Umfeld das doof finden könnten, dass ich sie nerve oder sie wegen meinen "Ausfällen" Nachteile erleiden. Mir fielen Situationen ein, in denen es mir eh schon schlecht ging, ich krank war und ich noch dafür bestraft wurde, weil jemand sauer war, dass ich krank war. Wie doof kann man sein, wegen einer Krankheit dann auch noch ein schlechtes Gewissen haben zu müssen? Wie sehr stellt man sein eigenes Wohl hinter das der anderen, wenn man befürchtet, dass andere das doof finden könnten, obwohl man sich die Krankheit ja nicht bewusst ausgesucht hat und es einem eh schon schlecht geht? Und wieder habe ich mir Druck gemacht und die Bedürfnisse der anderen über meine gestellt. Ich habe sowas von keine Lust mehr, mich ständig selber zu sabotieren, dass ich vorhin am liebsten mit dem Kopf durch die Wand wäre. Es ist jetzt gut!!! Und bei all dem Schmerz fing mein Zahn, der sich schon fast wieder ganz beruhigt hatte, wieder an zu ziehen. Da wusste ich, dass ich im wahrsten Sinne des Wortes an der "Wurzel" der Begrenzungen angekommen war. Die Wurzel war ich selber mit meinen Überzeugungen. Welch Überraschung... ;)

    Nachdem mir das klar wurde, floss ganz viel alter Schmerz, ich weinte viel und kanalisierte all die Schmerzen, die ich mir über Jahre selbst zugefügt hatte. Es fühlte sich tatsächlich an wie eine Reinigung, wie wenn mit den Tränen all der Ballast und die angestaute, niedrige Energie aus mir fließen würden, all die hinderlichen Überzeugungen und Muster. Ich erhielt auch heilendes Licht aus der geistigen Welt, in den Farben, die mir gerade am besten taten. Seither bin ich ziemlich erschöpft und immer wieder durchlaufen mich kalte Schauer, wie bei einer Erkältung. Die Heilung setzt ein und ich merke, dass jetzt auch die Zeit ist, wirklich dieses alte Kapitel abzuschließen, tatsächlich alle alten Begrenzungen, woher auch immer sie stammen mögen, abzulegen, alle alten Wunden zu heilen und in eine neue Zukunft zu gehen. Heil und frei!

    Heute war ich an der Wurzel aller Begrenzungen und habe die Transformation eingeleitet. Es ist JETZT an der Zeit wirklich und wahrhaftig ganz meinen eigenen Weg zu gehen in absoluter Freiheit. Und hier und heute entscheide ich mich auf ein neues genau dafür und ich freue mich auf diese neue Zeit!

    Foto: Anja Reiche

    Montag, 4. Mai 2015

    Die Zahnheilung geht weiter...

    Wie ich in meinem Artikel "Der Schlüssel zur Freiheit" schon beschrieben habe, erfordern meine Zähne derzeit Aufmerksamkeit und wollen geheilt werden. In der Meditation vom 01. Mai hat sich mir schon unheimlich viel gezeigt. Danach wurden die Beschwerden auch besser. Allerdings waren sie noch nicht ganz weg und ich darf mich noch weiter mit dem Thema auseinandersetzen. Was Aufmerksamkeit möchte, bekommt Aufmerksamkeit und den nötigen Raum. Also ran an das Thema...

    Generell glaube ich ja, dass wir alle das Zeug dazu haben, uns selbst zu heilen. Hier höre ich völlig auf mein Gefühl und tue nur das, was sich richtig anfühlt. Bei meiner Galle hat das super funktioniert. Es hat gedauert und es wollte viel angeschaut werden, aber es gab Heilung und zwar auf allen Ebenen. Also klappt das bei den Zähnen auch. Punkt! ;)

    Ich musste feststellen, dass die Überzeugungen bezüglich der Zähne noch ziemlich hinderlich waren. Zu sehr wurde mir (und wohl auch den meisten von euch) von Kindesbeinen an eingetrichtert, dass der Gang zum Zahnarzt unumstößlich ist, dass nur er hier "helfen" kann und wenn man da nicht hingeht, die Zähne fleißig vor sich hinfaulen. Wie dämlich ist das denn bitte? Nur weil ich nicht zum Zahnarzt gehe, faulen meine Zähne? Alles klar! Erfahrungsberichte über Selbstheilung von Zähnen findet man nur selten. Ich glaube, das liegt daran, dass die meisten nicht in Erwägung ziehen, dass das überhaupt möglich ist. Also diese Erfahrungsberichte findet man selten, ABER man findet sie. Es gibt sogar Erfahrungsberichte darüber, dass gesunde, dritte Zähne nachgewachsen sind. Und auch das halte ich für absolut möglich. Für das Universum ist nichts zu groß. (Interessante Links zum Thema Zähne findet ihr in meiner Linkliste.)

    Der Gang zum Zahnarzt bei Beschwerden kann für mich also nicht das richtige Mittel sein. Denn alles, was er macht, ist, dass er das Erkrankte wegbohrt oder gar den entzundenen Nerv entfernt. Was habe ich denn davon? Das ist für mich genauso, wie ein erkranktes Organ einfach rauszuschneiden. Die Wurzel der Erkrankung habe ich deshalb noch lange nicht gefunden. So lange nicht mein Leben davon abhängt, bin ich der Meinung, dass eine OP nicht der richtige Weg ist. Zu sehr bin ich davon überzeugt, dass wir bei allen Erkrankungen, auch von Zähnen, unseren Teil dazu beitragen und ein Thema auf sich aufmerksam machen möchte. Was sich in meiner Meditation von neulich bezüglich der Zähne ja schon bestätigt hat. Und ich weiß auch, dass die Zähne so lange auf sich aufmerksam machen, bis ich mir wirklich alles angeschaut habe und alles erkannt habe, was es diesbezüglich zu erkennen gibt. Ich weiß, dass da wieder wundervolle Erkenntnisse für mich drin stecken und ich weiß, dass es den Moment gibt, wo auch hier Heilung auf allen Ebenen stattgefunden hat.

    Allerdings muss ich auch sagen, dass ich anfangs ziemlich wütend auf meine Zähne war, als ob die was dafür könnten, dass sie "krank" sind. Ich fühlte mich ohnmächtig, weil ich noch keine Alternative zum Zahnarzt hatte. Dieses Gefühl kenne ich auch von meiner Gallengeschichte. Damals hatte ich das Gefühl, dass ich mutterseelen alleine dastehe und niemand mir helfen kann. So fühlte es sich auch jetzt anfangs an. Aber mittlerweile habe ich ja so meine Erfahrungen gemacht und weiß, dass alles gut wird, wenn ich meinem Gefühl folge. Also so schnell verunsichern wie damals, lasse ich mich lange nicht. Dennoch wollte die Ohnmacht nochmal angeschaut werden und da sein. Ich finde Ohnmacht ist ein ziemlich heftiges Gefühl und es ist eine Herausforderung, sie da sein zu lassen und sie auszuhalten, sie nicht wegschieben zu wollen, sondern durch sie hindurchzugehen und sie zu fühlen. Ich denke, insgeheim habe ich hier versucht, sie wegzuschieben. Ich hatte vorhin das innere Bild, dass sie in einem Käfig saß, in den ich sie gesperrt hatte. Mein Schimpanse, der immer in Meditationen die Ohnmacht verkörpert. Und er war ganz traurig und geknickt, dass ich ihn noch immer nicht lieben wollte. Ich hab ihn rausgelassen und mich aufrichtig bei ihm entschuldigt. Es hat lange gedauert, bis ich ihn in die Arme nehmen durfte. Aber ich durfte. Wir beide dürfen unsere Freundschaft noch ausbauen. ;)

    Früher hätte ich mich nicht getraut, diese Überzeugungen bezüglich der Selbstheilung öffentlich auszusprechen. Schon gar nicht, wenn ich noch keinen Erfolg vorzuweisen hatte. Zu sehr hätte ich befürchtet, dass ich als Spinner oder Träumer abgestempelt werde. Heute sieht das anders aus. Ich sitze hier und schreibe, weiß noch nicht wie mein Weg zu gesunden Zähnen aussieht, weiß aber mit einer absoluten Sicherheit, dass es diese Heilung geben wird und dass ich den Weg finden werde. Meinen Weg, das, was richtig für mich ist, das, was passend für mich ist. Und wieder merke ich, es stellt sich nicht die Frage "ob" sondern "wann" dieser Zustand der völligen Heilung eintritt. So wundervoll!!! Dieses Vertrauen in das Leben haben zu können, zu wissen, dass alles immer zu meinem höchsten Wohl geschieht, dass immer Hilfe für mich da ist, wie auch immer sie aussehen mag. Einfach nur genial! Und eigentlich gibt es gar keinen Grund für Ohnmacht. Auch das wurde mir heute klar. Denn wir sind in unserem Urwesen allmächtig! Ist das nicht toll??? ;)

    Im Moment nehme ich homöopathische Mittel und Schüsslersalze, spüle meinen Mund regelmäßig mit einer Salzwasserlösung und ziehe Kokosöl und das Wichtigste: Ich nehme immer wieder Kontakt zu meinen Zähnen auf und schaue, was sich gerade zeigen will, frage, was ich gerade wissen muss, was sie noch für die Heilung brauchen. Und das fühlt sich richtig gut an. So mache ich weiter...

    Ich werde euch über meine Heilung auf dem Laufenden halten.

    Herzensgrüße von mir!
    Anja

    PS: Hier noch ein Blogartikel der auch von der Selbstheilung der Zähne handelt. Der hat mir gestern richtig geholfen!!!
    https://lichtrose2.wordpress.com/blog/selbstheilung-meiner-zahnschmerzen-ein-erfahrungsbericht/
    (Nachtrag vom 17.03.2017: Wie ich eben erfahren habe, wurde der Artikel von der Autorin aus dem Netz genommen.)

    Foto: Anja Reiche


    Freitag, 1. Mai 2015

    Der Schlüssel zur Freiheit

    Heute hat sich wieder etwas gelöst! Ich bekam den Schlüssel zur Freiheit! Es gab so einige Puzzleteilchen, die dafür zusammengefügt werden wollten...

    Die letzten Wochen habe ich mich sehr mit meinen vergangenen Leben beschäftigt und festgestellt, dass Unterdrückung oft ein Thema gewesen ist. Nicht das machen und leben können, was ich eigentlich wollte. Die Bedürfnisse und Ansprüche anderer über meine stellen. Als Frau dem Mann untergeben, als Kind den Eltern. Es gab wohl unzählige Situationen in meinen Leben, wo sich das gezeigt hat. Ich war aber nicht nur die Unterdrückte, sondern auch mal die, die unterdrückt hat. Ich habe also beide Seiten zur Genüge kennengelernt. Mal wurde ich von der Familie verstoßen, weil ich etwas getan hatte oder eine Überzeugung lebte, die Schande über die Familie gebracht hat, mal war ich diejenige, die ein Familienmitglied verstoßen hat. Thema war immer, dass jemand nicht so sein durfte, nicht so leben durfte, wie er es gerne hätte. Nicht frei sein durfte.

    Anfang April in einer ruhigen Minute, nachdem ich Mandalas gemalt hatte, hatte ich das Bedürnis noch etwas zu malen. Irgendwas wollte raus. Also nahm ich einfach einen schwarzen Buntstift und meinen allzeit bereiten Block und fing an, das zu malen, was sich gerade zeigen wollte. Die Gestalt einer Frau begann sich zu formen. Erst dachte ich, es wäre eine Massai, die durch Wüstensand lief, den Wasserkrug auf dem Kopf. Doch beim Weiterzeichnen stellte sich heraus, dass die Frau im Wasser stand, das Gesicht bekam einen Schleier, am Ufer stand Schilf, im Hintergrund entstand ein orientalischer Palast. Die Frau blickte mir direkt in die Augen. Da war eine intensive Verbindung. Am selben Abend begann ich ein neues Buch zu lesen. Es handelt von Ägypten nach dem 2. Weltkrieg bis heute. Darin ist von orientalischen Palästen die rede, von verschleierten Frauen, die zum Nil gehen, um Wasser zu holen. Es handelt von verstoßenen Frauen, die Schande über die Familie gebracht haben, von Frauen, die ihrem Mann Untertan sind und das Haus nicht verlassen dürfen. Ich staunte nicht schlecht. Die Frau, die ich kurz vorher gemalt hatte, symbolisiert all das und all das habe ich schon erlebt. Ich weiß es einfach.




    Einige Tage später überkam mich eine unbändige Wut. Wie aus dem nichts war sie einfach da. Ich spürte nach, wo sie herkam. Es gab kein aktuelles Ereignis, auf das sich die Wut bezogen hätte. Und plötzlich war da das Wort "Unterdrückung" in meinem Kopf. Es war all die Wut und die Ohnmacht, die ich in all den Leben erlebt hatte. Sie kam ins Fließen und wollte raus. Wie so oft, wenn ich mit der Wut zu tun habe, lasse ich sie wirklich raus, nehme eine Sofakissen und verdresche im wahrsten Sinne des Wortes die Couch, schreie und tue das so lange, bis nichts mehr kommt. Anfangs hat mich das ziemlich Überwindung gekostet. Mittlerweile ist es eine Wohltat und schon selbstverständlich. Es tut einfach gut, all meinen Emotionen Raum zu geben und sie bereitwillig zu fühlen. Nach diesem Ausbruch hatte ich wieder das Bedürfnis zu malen. Wieder entstand eine Frauengestalt und alles was mir an Gedanken in den Sinn kam, schrieb ich einfach dazu. Aber seht selbst:




    Ich liebe es aus all den Emotionen etwas zu erschaffen, damit schöpferisch umzugehen. Dieses Bild und die dazugehörigen Gefühle haben mich doch sehr fasziniert. Denn es fühlte sich so an, wie wenn diese Eindrücke nicht alle aus diesem Leben kamen und auch nicht alle meine sind. Es fühlte sich eher an wie eine Familiengeschichte, wie wenn ich diejenige wäre, die dieses Thema für mich und all meine Vorfahren löst. Da fiel mir das intensive Gespräch mit meiner Oma wieder ein, dass ich Ende März noch hatte. Ein wirklich berührendes, bewegendes Gespräch. Wie so oft habe ich einer Freundin davon geschrieben. Die Nachricht findet ihr hier:

    >>Meine Oma ist die Mama von meinem Papa und das einzige Großelternteil, das ich noch habe. Von ihr habe ich so einige Themen "geerbt". (Gallensteine z. B. und alles, was dazugehört, Nervenschmerzen, Krämpfe, etc.) Ich saß bei ihr in der Küche und seit ich weiß wie wichtig die Vergangenheit und die Familiengeschichte ist, frag ich sie natürlich immer Löcher in den Bauch. Also hab ich die Chance genutzt. Erst hab ich sie noch über meinen Opa und sein Leben ausgefragt und dann auch über ihr Leben. Einiges wusste ich schon und vieles ist mir dann auch wieder gedämmert. Meine Oma ist auf dem Bauernhof geboren, den jetzt auch meine Eltern bewirtschaften. Sie hat den Hof von ihrem Vater geerbt und hat eigentlich nie was anderes gesehen. Ihr Vater, also mein Uropa, war ziemlich krass drauf, sehr aggressiv, hat getrunken, seine Frau geschlagen und auch die Kinder und Enkelkinder. Muss wohl ein ziemliches Ekel gewesen sein. (Er ist gestorben, da war ich ein Jahr alt. Ich kenne ihn also nicht persönlich.) Er hat auch immer alle anderen ordentlich zum Arbeiten angetrieben. Meine Oma hatte noch eine Schwester und die mochte er noch weniger, als den Rest der Familie. Die hat ihre Schläge bekommen bis sie geheiratet hat und ausgezogen ist. Es gab mal eine Geschichte, da sollten meine Oma und ihre Schwester den Dachboden von einem Stall erneuern, weil der schon modrig war. Also sind die beiden hoch und weil das alles schon total hinüber war, ist die Schwester von meiner Oma durchgebrochen und runtergefallen. Die hätte gut und gerne tot sein können. Liebevoll wie mein Urgroßvater war, hat er ihr zusätzlich noch eine geschmiert, weil sie sich so doof angestellt hat. So war das da...

    Meine Oma meinte, dass es in ihr heute, mit fast 85 Jahren, noch voll drinsteckt, nicht stillsitzen zu können und immer was machen zu müssen, weil sie Zeit ihres Lebens immer von ihrem Papa angetrieben und getriezt wurde. (Ein Thema, das ich auch geerbt habe! Machen, machen, machen, müssen, müssen, müssen). Eine andere Geschichte war, folgende. Es war an einem Sonntag. Ihre Mutter hat in der Küche gestanden und Klöße gemacht. Ihr Vater war wohl den ganzen Morgen schon ziemlich scheiße drauf und nur am rummaulen. Da wurde es ihrer Mutter zu doof und sie hat einen rohen Kloß genommen und ihn ihrem Mann ins Gesicht geschmissen. Daraufhin ist er ihr natürlich nach und wollte sie schlagen. Meine Oma hat geistesgegenwärtig einen Stuhl in seinen Laufweg geschoben, so dass er sie nicht gleich erwischt hat. Aber er hat die Verfolgung natürlich trotzdem aufgenommen. An dem Tag war wohl auch ein großes Fest im Dorf und meine Oma musste bedienen. Sie meinte, sie hat sich den ganzen Tag gefragt, ob ihr Vater ihre Mutter erwischt hat und wenn ja, ob sie noch lebt. Ihm war wohl auch zuzutrauen, dass er sie erschlägt. Ich finde das total krass, wenn man sich sowas als "Kind" fragen muss.

    Meine Oma meinte dann auch noch, dass ihre Mutter oft davon geredet hat, sich das Leben zu nehmen. Und meine Oma musste eigentlich immer damit rechnen, wenn ihre Mutter alleine in den Wald zum Holz machen ging, dass sie nicht mehr wieder kommt, weil sie sich aufgehängt hat. Und es kam wohl öfter vor, dass sie bei Einbruch der Dunkelheit immer noch nicht daheim war. Es ist zwar nicht passiert. Ich glaube, sie ist zu Hause eines natürlichen Todes gestorben, aber in dieser ständigen Angst zu leben, ist schon krass. Vor allem, wenn die Mutter eigentlich die einzige ist, mit der man sich gut versteht und die so gut es geht, zu einem hält. Der Vater meiner Oma hatte damals auch beschlossen, dass sie heiraten muss. Klar! Sie kannte meinen Opa gerade ein paar Wochen und hatte auch noch ein paar andere Jungs am Start (das war so witzig! Die hatte es echt faustdick hinter den Ohren!!!) und da hat mein Uropa beschlossen, dass jetzt geheiratet werden muss, weil er alt ist und den Hof übergeben will. Meine Oma meinte, sie hat die ganze Nacht geweint, weil sie noch nicht heiraten wollte, sie wollte noch was haben von ihrem Leben.

    Und da sitzt meine Oma mit fast 85 Jahren, erzählt mir von ihrem Leben und sagt dann: "Ach Anja, was hatte ich denn von meinem Leben?" Sie hat immer nur gearbeitet und es anderen recht gemacht. Das war echt bewegend. Und dann meinte ich zu ihr, dass ich eben nicht vorhabe, in ihrem Alter das gleiche sagen zu müssen. Dass ich mein Ding machen möchte. Dass jetzt einfach eine andere Zeit ist und das auch möglich ist. In dem Moment hatten wir echt eine Verbindung und sie konnte total verstehen, dass ich es anders mache. Irgendwie war es fast so, als ob ich ihre Erlaubnis und ihr Einverständnis für meinen Weg bekommen habe, das Einverständnis meiner Ahnen. Als wir uns dann am nächsten Tag verabschiedet haben, weil wir wieder gefahren sind, hab ich sie gedrückt (das hab ich irgendwie noch nie gemacht) und sie hat voll fest zurückgedrückt, hatte Tränen in den Augen und meinte: "Machs besser!". Jetzt kommen mir schon wieder die Tränen. Das war echt der Hammer und sooo schön! Das war alles echt ergreifend!<<

    Bevor mir diese Geschichte wieder eingefallen ist, hatte ich das Thema Unterdrückung eigentlich fast nur auf meine früheren Leben bezogen. Wenn man aber so hört, was meine Oma erlebt hat, dann ist Unterdrückung wohl auch ein Thema meiner jetzigen Familie.

    Und heute hat sich der Kreis geschlossen. Hingesetzt zum Meditieren habe ich mich, weil die letzten Tage ein Backenzahn ziept, der eigentlich schon gar keinen Nerv mehr hat. (Ich hatte mit Mitte zwanzig 3 Zahnwurzelbehandlungen, die ich damals ganz unbewusst vom Zahnarzt behandeln ließ und mir das Thema dahinter nicht weiter angeschaut habe.) Und heute habe ich mit diesem Zahn Kontakt aufgenommen und ihn gefragt, auf was er mich denn aufmerksam machen möchte. Es zeigte sich in winzig kleines Männchen, so klein, dass es in den Zahn passte. Es war völlig erschöpft und sagte: "Das war aber anstrengend, dich auf mich aufmerksam zu machen!" Ich nahm es in meine Hand und es legte sich sofort hin, weil es so erschöpft war, schloss die Augen und schlief ein. Ich ließ es schlafen und drückte es liebevoll und schützend an meine Brust. Ich merkte, dass es meinen Schutz und meine Liebe brauchte, wie die Luft zum Atmen. Es hätte sonst nicht schlafen können. Während ich das tat verwandelte sich das kleine Männchen in ein kleines Kind, in mich mit ca. 5 Jahren. Nun hatte ich mein inneres Kind auf dem Arm und hielt es an mich gedrückt, während es schlief. Ich spürte förmlich die Erschöpfung. Es schien zum ersten mal seit Jahren wirklich in Ruhe schlafen zu können, ohne auf der Hut sein zu müssen, ohne sich anstrengen zu müssen, ohne angespannt zu sein, ohne sich darum kümmern zu müssen, ob es die Bedürfnisse von anderen befriedigen müsste, ohne sich fragen zu müssen, ob es jedem gerecht wurde. Mir liefen die Tränen nur so, als mir klar wurde, wie anstrengend das als Kind war. Immer auf der Hut, immer in Hab-Acht-Stellung, immer angespannt, immer unter Strom. Mein inneres Kind wurde wach und konnte noch nicht ganz glauben, dass all der Druck und Stress jetzt vorbei sein sollten. Ich sagte ihm, dass es nun immer das machen könnte, was es gerade wollte, dass es niemanden mehr gab, der etwas von ihm wollte, dessen Bedürfnisse über seinen standen. Ich würde es beschützen und ihm ermöglichen, einfach es selbst zu sein. Es war frei und hatte trotzdem meinen Rückhalt. Das Kind freute sich und war über die Maßen erleichtert. Nun wurden das Kind und ich eine Person. Ich legte eine Corsage ab, die ich immer getragen hatte, eingeschnürt und viel zu eng. Dann legte ich noch einen schwer bepackten Rucksack ab. Alles Last, die ich jetzt nicht mehr zu tragen brauchte. Und während ich den Rucksack auf die Erde stellte, fand ich einen wunderschönen, goldenen Schlüssel. Ich nahm ihn in die Hand und wusste, das war der Schlüssel zur Freiheit! Suchend und mit Tränen in den Augen blickte ich mich nach der Tür um, zu der der Schlüssel passte. Dann merkte ich, dass ich in einem goldenen Käfig war mit all meinen Ahnen, die das gleiche Thema hatten und die nur darauf warteten, dass ich es jetzt für sie lösen würde. Ich steckte den Schlüssel in das Schloss der Käfigtür und öffnete sie. Dann drehte ich mich zu meinen Ahnen um und sagte: "Ich entlasse mich und euch, hier und jetzt und für alle Zeit in die Freiheit! Ich tue es für alle, die da waren und die da noch kommen werden!" Und dann schwebten alle Ahnen durch die Tür in die Freiheit. Auch ich ging durch diese Tür und fand mich auf einer sonnigen Wiese liegend wieder. Der Käfig stand neben mir, zur Miniatur geschrumpft. Ich lag da einfach nur, die Sonne im Gesicht und spürte Leichtigkeit und undendliche Freiheit! Ich konnte genießen und musste mir um nichts und niemanden Gedanken machen. Ich war ganz bei mir und mit mir und einfach nur zufrieden. Wunderschön!

    Nach der Meditation saß ich noch ganz beseelt da und dachte darüber nach, was mir gerade passiert war. Und dann fiel es mir wie Schuppen von den Augen, was das ganze mit meinen Zähnen zu tun hatte. Ruediger Dahlke spricht in seinem Buch "Krankheit als Symbol" davon, dass eine Zahnwurzelentzündung für einen Konflikt stehen kann, der bis an die Wurzel der eigenen Existenz geht. Den Konflikt, den ich sooo lange hatte, war der zwischen meinen eigenen Bedürfnissen und meinem Weg und zwischen dem, was andere von mir wollen und erwarten. Über viele Leben hinweg hatte ich diesen Konflikt und auch in meiner Familiengeschichte war das immer wieder Thema. Von diesem Konflikt konnte ich mein inneres Kind heute befreien und ihm, mir und meinen Ahnen die Freiheit schenken!!!

    Ich verneige mich wie so oft in Demut vor diesem wundervollen Leben!

    Namaste!

    Foto: Anja Reiche