Montag, 31. August 2015

Wege in den Frieden

Unfrieden scheint es derzeit überall zu geben. Die Nachrichten sind voll von Kriegen, Übergriffen, Konflikten. Irgendwo kämpft derzeit immer noch irgendwer gegen irgendwen oder irgendwas. Aber das nicht nur in Politik und Wirtschaft, in Ländern oder Staaten, sondern auch im kleinen Rahmen, in Familien, in Firmen, in Partnerschaften, in der Nachbarschaft, in Vereinen. Oft haben viele das Gefühl, an all dem Krieg und dem Kampf nichts ändern zu können, Opfer der äußeren Umstände zu sein. Die, die „eigentlich“ nichts mit dem Konflikt zu tun haben, fühlen sich hilflos und werden wütend auf die, die den Konflikt austragen, „angefangen“ haben, nicht beenden, auf die, die anscheinend nichts tun, aber etwas tun könnten. Und schon entstehen neue Konflikte wegen der Konflikte, weil „die anderen“ etwas ändern müssten, weil „die anderen“ nichts tun oder nicht das Richtige tun.

Doch das ist weit gefehlt. Es ist falsch, dass „die anderen“ etwas tun müssten. Jeder kann dazu beitragen, dass Frieden in der Welt einkehrt, jeder sollte das sogar. Jeder Konflikt, jede Aussage, jede Situation, die dich unangenehm berührt, hat etwas mit dir zu tun und verlangt nach Heilung. Niemand macht dich wütend. Der andere zeigt dir nur, dass diese Wut bereits seit langem in dir ist.

Es ist wichtig zu verstehen, dass Frieden im Außen, in der Welt, nur möglich ist, wenn Frieden im Innen herrscht und zwar bei einem jeden von uns.

Somit kann wirklich jeder etwas zum Frieden beitragen, wenn er Frieden in sich selbst erschafft. Denn wenn jeder den wahren Frieden in sich selbst gefunden hat, dann gibt es keinen Grund mehr für Konflikte, Angriffe, Übergriffe. Die Anzahl derer, die noch glaubt, etwas von anderen haben zu müssen, etwas zu brauchen, weil sie es sich selbst nicht geben können, wird immer kleiner und irgendwann ganz verschwunden sein.

Doch schauen wir uns an, was ich damit meine.

Jeder einzelne zählt


Wir alle haben ein Individualbewusstsein. Jeder von uns hat Überzeugungen, wie er glaubt, dass die Welt funktioniert, wie die anderen sind oder zu sein haben, wer seiner Meinung nach gut oder schlecht ist, wie die Dinge zu laufen haben, was geht oder eben nicht geht.

All dieses Gedankengut wird in Form von Energie in die Welt geschickt und manifestiert sich als unsere Realität. Umso mehr Menschen ähnliches Gedankengut haben, umso dichter wird die Energiewelle und umso deutlicher zeigen sich die Überzeugungen in der Realität.

Wenn also ganz viele glauben, dass die Welt schlecht ist und man immer auf der Hut sein muss, dass man niemandem trauen kann, dass nichts sicher ist im Leben, dass das Böse überall lauert und es immer eine Macht gibt, der man sich unterordnen muss, dass das Gute nie lange weilt und immer von Schlechtem abgelöst wird, dann muss das Leben solche Situationen liefern, in denen genau das bestätigt wird, weil wir nun mal unser Leben selbst erschaffen. Meine Gedanken schaffen meine Wirklichkeit. Die gleichen Gedanken von vielen, erschaffen die Wirklichkeit von vielen. Ich selbst erzeuge mein Leben und das Kollektiv erzeugt das Leben vom Kollektiv.

Nun stell dir vor, was passiert, wenn immer mehr merken, dass Gedanken Realität erschaffen und die Verantwortung für ihr Denken übernehmen und achtsamer, positiver denken? Eine Studie besagt, dass es nur ca. 8500 Personen auf der Welt braucht, die das gleiche denken, um eine Veränderung für die ganze Welt zu erschaffen.

Wenn du also etwas für Frieden tun willst, dann sei eine von diesen 8500 Personen, die Frieden in sich selbst macht und damit den Frieden in der Welt ein Stück vorwärts bringt. Wir sind mächtiger als die meisten denken. Bringen wir den Stein ins Rollen...
(mehr zu dieser Theorie findest du hier: https://www.sein.de/kritische-masse-10-prozent-fuer-ein-neues-paradigma/ und hier: http://www.pierre-franckh.de/tipps/uebungen/detail/id:3723/group:63 und hier: http://www.karingreitemann.com/meditation-fuer-frieden/)

Und wie geht das nun, Frieden in sich selbst machen?

1. Sei gnadenlos ehrlich zu dir selbst

Beobachte dich viel und ganz aufmerksam.

Wie sprichst du selbst mit dir, z. B. wenn dir etwas misslingt, wenn du dich aufmerksam im Spiegel betrachtest (am besten nackt), wenn du ein Kompliment bekommst?

Gehst du hart mit dir ins Gericht? Beschimpfst du dich, weil dir wieder ein Missgeschick passiert ist? Widerst du dich selbst im Spiegel an, weil da zwei Kilo zu viel sind, der Po zu groß, die Falten zu viel, Tränensäcke und graue Haare da sind oder dir gar ein Versager gegenübersteht? Kannst du Komplimente dankend annehmen und glauben, dass der andere es ernst meint, oder bist du sofort dabei, das Kompliment zu entkräften und runterzuspielen, weil es ja gar nicht sein kann, dass er dich wirklich hübsch findet, dich mag?

Du kämpfst gegen dich selbst, liebst dich nicht so wie du bist, bist nicht im Frieden mit dir und deinem Sein.

Wenn du mit dir schon so hart ins Gericht gehst, wie sieht es denn dann mit den Ansprüchen und Anforderungen aus, die du anderen gegenüber hast? Was denkst du wirklich über die Reichen, die Mächtigen, die Politiker, die Nachbarn, die Schwiegermutter, die Eltern, Ausländer, die Armen, die Verbrecher, die Faulen, die Schmarotzer, die Arbeitslosen, die Wütenden, die Gewalttätigen, die Dicken, die Genießer?

Sei wirklich ehrlich zu dir selbst und schreibe am besten alles, was dir dazu einfällt, unzensiert auf. Schreibe, ohne Rücksicht auf Verluste und finde heraus, was es wirklich in dir denkt, welche tiefsitzenden Überzeugungen vorhanden sind, die jeden Tag deine Realität erschaffen. Nur, wenn du weißt was du tust, kannst du es ändern.


2. Finde heraus, welche Gefühle das alles in dir auslöst

Am besten schreibst du auch auf, welche Gefühle dein Spiegelbild, deine Missgeschicke, die anderen in dir auslösen, Menschen oder Gruppen, die du ablehnst, nicht magst, die dich auf die Palme bringen. Fühlst du dich in ihrer Nähe klein, ohnmächtig, wütend, unfähig, hilflos, ausgeliefert, einsam, ungeliebt, ignoriert, schwach, nicht gesehen, nicht wertgeschätzt, ungerecht behandelt, übergangen, bevormundet, nicht dazugehörig, zu kurz gekommen, benachteiligt, hast du Verlustängste? Was solltest du besser machen, nicht machen, viel mehr machen? Bist du deiner Meinung nach zu dick, zu unordentlich, zu nachlässig, zu nett, zu unsportlich, zu dumm, zu sehr Mittelmaß, zu ungeschickt, zu schüchtern, zu unscheinbar, zu laut, zu unnormal, zu empfindlich, zu weich, zu giftig, zu unwichtig, zu ohnmächtig?

Nicht die äußeren Umstände, deine Umstände oder die Menschen an sich sind das "Problem", sondern das, was sie in dir auslösen, was sie dir zeigen und spiegeln. Sie legen den Finger in deine tiefsten, verborgensten Wunden und zeigen dir, dass diese noch da sind und geheilt werden wollen. Niemand macht dich wirklich wütend, sondern er holt die Wut in dir hervor, die eh schon da war. Niemand kann dich verletzen, sondern dir nur zeigen, dass da schon eine Verletzung war. Das ist der wahre Hintergrund, warum du manche Menschen und Situationen nicht magst. Es sind die Gefühle, die in dir hochgeholt werden und die du nicht haben willst, es sind die Anteile, die du an dir nie haben wolltest und die dir da vor Augen geführt werden.

Meist findest du den Auslöser in deiner Kindheit. Kennst du die aufgespürten Gefühle aus Situationen von früher? Hast du dich oft im Umgang mit deinen Eltern so gefühlt? Ohnmächtig, übersehen, unfähig, unsicher, etc.? Wie haben deine Eltern oder dir wichtige Bezugspersonen über die Menschen und Gruppen gedacht, die dich heute triggern? Findest du Parallelen? Magst du manche Wesenszüge vielleicht nur nicht, weil deine Eltern dir beigebracht haben, dass man so nicht ist? Faul, dick, laut, unhöflich, vorlaut, fordernd, aufdringlich, wütend?


3. Negative Gefühle und abgelehnte Anteile integrieren, annehmen, lieben

Nimm alles wahr, was an Gefühlen in dir hochgeholt wird, nimm alles wahr, was du nicht an dir haben möchtest, wie man nicht sein darf. Und dann erlaube dir genau das. Öffne dich für den Gedanken, dass du doch faul sein darfst, dass du auch schwach sein darfst, dass du dich klein fühlen darfst, unhöflich etc. sein darfst. All das ist völlig in Ordnung. Du musst dich nicht ständig dafür entscheiden und du musst nicht die Wahl treffen, das immer zu sein, aber du darfst es auch mal sein und musst nicht weiter dagegen ankämpfen. Tut das gut, dir diese Erlaubnis selbst zu geben?

Für wahren Frieden in deinem Inneren darfst du dir noch einmal ins Gedächtnis rufen, dass alles und jeder, jedes Gefühl und jede Eigenschaft, jeder Wesenszug seine Berechtigung hat. Nichts ist besser oder schlechter als das andere. Alles ist. Die Wertung geben wir.

Ohnmacht, Wut, Angst, Mangel, Neid, Kleinheit, Schuld, Scham all diese Gefühle wollen einfach nur da sein und endlich fließen dürfen. Sobald du sie anerkennst und nicht mehr ablehnst, sie wohlwollend fühlst und damit in Fluss bringst, werden dir automatisch weniger Situationen "geliefert", die dich daran erinnern, dass du diese Gefühle noch nicht angenommen hast, die sie immer wieder in dir hochholen. Die Begebenheiten, in denen du auf Menschen oder Situationen triffst, in denen du wütend wirst, du dich ohnmächtig fühlst, usw. werden weniger und irgendwann ganz verschwinden. Jeder Streit, jeder Konflikt, jede Meinungsverschiedenheit ist eine Bitte von deinen Gefühlen, sich ihnen endlich zu widmen. Nutze die Chance!


4. Das innere Kind mit allem versorgen, was es braucht

Oft haben wir Konflikte mit anderen, weil wir glauben, dass sie uns gegenüber verpflichtet sind, dass sie uns etwas geben müssen, für uns sorgen müssen, uns versorgen müssen mit Liebe, mit Aufmerksamkeit, mit Geld, mit Zuwendung, eigentlich mit allem, mit dem wir als kleine Kinder nicht genügend versorgt wurden. Diesen Mangel, den wir in Kindertagen erlebt haben, nehmen wir mit in unser Erwachsenenleben und glauben, dass der Partner, die Regierung, der Chef, die Freundin, der Freund, das Haustier nun dafür zuständig ist, uns all das zu geben. Das ist ein Trugschluss, denn niemand sonst, außer wir selbst, ist dafür verantwortlich, dass es uns gut geht. Wir mögen in der Kindheit eine emotionale Unterernährung erfahren haben, ein zu wenig an Zeit, Liebe und Aufmerksamkeit, aber niemand sonst, außer wir selbst können uns nun damit versorgen. Diese Forderungen sorgen oft für den größten Unfrieden, denn wir wollen etwas von unseren Mitmenschen, das sie uns gar nicht geben können und meist auch gar nicht wollen. Fordern wir es doch, dann führt das meist du Streit und Unstimmigkeiten. Zu Recht, denn welche Last ist das, ständig dafür sorgen zu müssen, dass es dem anderen gut geht? Niemand kann das auf Dauer leisten, ohne selbst dabei vor die Hunde zu gehen.

Auf Grund dieser Mangelerlebnisse in der Kindheit haben wir auch gelernt, dass wir vom Leben eben nicht immer versorgt werden, dass wir zusehen müssen, wo wir selber bleiben. Hier sind unsere hinderlichen Überzeugungen über das Leben entstanden. Wir können es deswegen vielleicht nicht gut haben, wenn da plötzlich andere stehen, wie z. B. Flüchtlinge, die uns augenscheinlich etwas wegnehmen, was doch eigentlich uns zusteht. Diese Mangelerlebnisse von damals haben uns in den Grundfesten unseres Urvertrauens erschüttert und uns gelehrt, dass nicht genug von dem da ist, was wir zum Leben so dringend brauchen. Und dabei ist es doch so, dass wir versorgt werden, wenn wir nur glauben können und begreifen, dass es möglich ist, wenn wir wieder Vertrauen in das Leben und in uns selbst aufbauen, wenn wir uns wieder tief in Mutter Erde verankern und uns tragen lassen.

Versorge nun dein inneres Kind mit allem, was es noch braucht. Du bist in der Lage dazu. Nimm ihm all die Ängste, nimm ihm den Druck und die Last von der viel zu früh eingeforderten Verantwortung. Sage ihm, dass auf dieser Welt genug für alle da ist, erzähle ihm von der Fülle, die unbegrenzt jedem zur Verfügung steht. Mach ihm und dir selbst bewusst, dass sich vom Ozean des Überflusses jeder so viel nehmen kann, wie er braucht und damit niemandem etwas wegnimmt, sondern immer genug für jeden da ist.

Dein inneres Kind braucht dich, damit Frieden in dir entstehen kann.

(Ein Fallbeispiel, wie eine Heilreise zum inneren Kind aussehen kann, findest du in diesem Artikel: "Die Heilung des inneren Kindes - ein Praxisbericht". Einen Bericht darüber, wie sehr uns die Kindheit als Erwachsene noch beeinflussen kann, findest du hier: "Wie die Kindheit in uns nachwirkt".)


5. Vom Opfer zum Schöpfer

Komm raus aus der Opferrolle und nimm dein Leben wieder selbst in die Hand. Werde dir bewusst, dass du dein Leben mit allen Umständen selber erschaffst. Nimm immer wieder dein Umfeld als nützlichen Spiegel, um zu ergründen, welche Überzeugungen in dir vorhanden sind, welche Wunden noch geheilt werden wollen, welche Anteile und Gefühle noch verdrängt werden. Schau immer wieder bewusst die Situationen an, die dich triggern, die negative Gefühle in dir hochholen und sei dir sicher, dass dir nichts widerfährt, was nicht auch etwas mit dir zu tun hat. Du bist immer zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Nichts geschieht umsonst, zufällig oder ohne deinen Anteil.

Wenn du verstanden hast, dass das Außen nur ein Spiegelbild deines Inneren ist, dann bist du wieder in deiner Macht und kannst alles verändern, was zwickt und drückt, indem du dein Innerstes änderst, heilst, neu sortierst.

Komm zurück zu dir und wisse, dass Frieden im Außen durch Frieden in dir selbst entsteht. Umso mehr Menschen sich dessen bewusst werden und anfangen in sich Frieden zu machen, umso friedlicher wird die Welt um uns herum werden. Wenn alle begriffen haben, dass genug für jeden da ist, wenn alle begriffen haben, dass nicht die äußeren Umstände, die Eltern, der Chef oder sonst wer schuld an ihrem Leben sind, dann kehrt Frieden ein, denn niemand fordert etwas vom anderen, wenn er weiß, dass er es sich nur selbst geben kann. Niemand muss einen anderen unterdrücken, weil er weiß, dass er keine Gefahr für ihn darstellt. Niemand muss rauben, stehlen, betrügen, morden, wenn er weiß, dass er selbst sein Leben gestalten kann, wenn er sich selbst glücklich und zufrieden gemacht hat.

Fang also bei dir selbst an, Frieden zu machen und du bist die wertvollste Veränderung für diese Welt. Wir können alle dazu beitragen, dass sich Frieden ausbreitet. Jetzt!


Herzensgrüße von mir!
Anja


PS: Ein ganz präzises Beispiel für Frieden mit bestimmten Personen, in dem Fall die Eltern, findest du in meinem Blogartikel "Frieden mit den Eltern". Dieses Prinzip funktioniert auch bei allen anderen Menschen, Gruppen und Umständen, mit denen du nicht im Frieden bist.


Foto: Anja Reiche
Steinkreation: Silvia Annelie Cleveland



Donnerstag, 27. August 2015

Weiblichkeit l(i)eben

Über das Thema Weiblichkeit habe ich mir schon lange immer mal wieder Gedanken gemacht und auch tief in mich reingespürt. Da ich sehr oft heftige Regelschmerzen habe, ging es für mich auch darum meine Weiblichkeit anzunehmen. Ein Punkt von vielen, der sehr oft hinter Menstruationsschmerzen steckt.

Mit Weiblichkeit ist auch unsere Natur verbunden, Leben auf die Welt zu bringen, zu empfangen und zu gebären. Nun habe ich mich für dieses Leben dazu entschlossen, keine Kinder zu bekommen, weil ich weiß, dass meine Aufgabe wo anders liegt. Lehnte ich damit meine Weiblichkeit ab? Hatte ich deshalb diese Schmerzen während der Menstruation? Es konnte doch nicht sein, dass ich meine Weiblichkeit nur dadurch annehmen konnte, dass ich Kinder bekam. Das wollte mir so nicht in den Kopf. Das fühlte sich auch nicht richtig an.

Und irgendwann bekam ich hierzu den entscheidenden Hinweis, dass ich auch andere "Dinge" als Kinder zur Welt bringen konnte und das auch tat, dass ich sehr wohl meine Weiblichkeit leben konnte, ohne Kinder. Die Gebärmutter steht auch für unsere Schöpferkraft, für Kreativität, dafür zu erschaffen, Energie in Form und damit zur Welt zu bringen. Seien es Bilder, Texte oder andere Ideen und kreative Sachen. Mit all dem gehe ich im wahrsten Sinne des Wortes schwanger, lasse sie im Geiste entstehen, bis sie so weit gereift sind, um das Licht der Welt zu erblicken. Bei dieser Vorstellung, dass das Ausdruck tiefster Weiblichkeit ist, wurde mein Herz ganz weit und rief: "Jaaaaaaaaaa!"

Weiblichkeit bedeutet aber auch Hingabe, zum Empfangen bereit zu sein und dabei geht es nicht nur um Sex und darum ein Kind zu empfangen. Hingabe, Leidenschaft, Empfangen das bedeutet viel mehr als das und kann auf so vielfältige Weise ausgedrückt werden. Sich dem Leben hingeben, dem Fluss des Lebens, Dinge mit Leidenschaft und Hingabe tun, seine Leidenschaften ausleben, sie versprühen, bereit sein, Schwingungen zu empfangen, das Stille und Leise, seine innere Stimme zu hören, zu "empfangen", ihr zu folgen, sich seiner Seele hinzugeben. Das alles ist für mich Weiblichkeit und der Ausdruck dessen.

Als ich mich das erste mal intensiv damit beschäftigt habe (das ist nun etwas mehr als 2 Jahre her), ist dieses Bild entstanden. Es heißt "Im Auge der Leidenschaft". Damals habe ich auch viel mit dem Sakralchakra gearbeitet und es geöffnet.


Im Auge der Leidenschaft
Foto und Bild: Anja Reiche


Ihr könnt ja selbst mal schauen, was es in euch auslöst und auf welche Art es euch anspricht, wenn es euch anspricht. ;)

Meine Regel hat sich seither etwas entspannt, ist aber immer noch ziemlich heftig. Die ganze Zeit war das ok für mich. Doch dieses Mal merke ich, dass das Thema nun endgültig bearbeitet, beleuchtet und erlöst werden möchte. Ich hatte nun lange und oft genug Schmerzen. Das passt nun nicht mehr. Ich möchte auch hier in Heilung gehen, loslassen und Frieden machen. Ich fühle, dass da noch ganz viel für mich drin ist, dass das Thema noch unheimlich vielschichtig und komplex ist. Aber es ist jetzt dran. Ich ahne, in welche Richtungen dass es geht, aber klare Bilder haben sich noch nicht eingestellt. Es kann nicht mehr lange dauern, es drängt nach oben. Gestern musste ich ganz heftig weinen, da floss viel alter Schmerz. Ich fühle, dass ich es schon in vielen Leben verflucht habe, eine Frau zu sein. Das mag auch eine Rolle spielen. Dann war da plötzlich der Satz: "All die ungeborenen Kinder!" Er war so plötzlich in meinem Kopf, dass er nicht vom Verstand kommen konnte. Vielleicht war auch das Thema in früheren Leben, ein unerfüllter Kinderwunsch, Abgänge. Mich wundert derzeit nichts mehr. So vieles wird noch oben gespült... Die Zeiten sind intensiv! Das große Erwachen greift um sich.

Ich habe es mir angewöhnt, mir die Tage, an denen meine Menstruation zu erwarten ist, so gut es geht freizuhalten, nicht zuletzt, weil ich da eh zu nichts in der Lage bin. Es ist eine Zeit der Reinigung und Erholung, des Rückzugs und des Nichtstuns (zu letzterem werde ich noch gezwungen - ich würde es aber auch freiwillig tun). Der Körper sondert Schlacken ab, gelöste Schleimhaut und mit ihr auch verbrauchte Energien, Überholtes. Eine wichtige Phase. Auch das gehört für mich zur Weiblichkeit, diesen Zyklus mit allem, was dazugehört, anzunehmen und auch diese Rückzugsphase zu leben, Altes fließen und gehen zu lassen.

Sicherlich hat auch das in vielen Leben gelitten, denn wann hatte frau denn schon Zeit und Gelegenheit für Rückzug während der Menstruation? Da muss ich nur meine Vorfahren anschauen. Der Bauernhof musste weiterbetrieben werden, die Kinder mussten versorgt werden, die Familie bekocht, der Haushalt geführt. Von wegen Zeit zum Ausruhen, "nur" weil man blutete und ein "bisschen" Schmerzen hatte. Von meiner Oma weiß ich, dass sie mehr als einmal schmerzgekrümmt auf dem Feld lag und nichts mehr konnte. Ich kann es mehr als nachempfinden. Auch das mag noch ein vererbtes Thema sein, dass ich nun lösen darf.

Generell habe ich den Eindruck, dass das Thema Menstruation auch in der heutigen Zeit weitestgehend totgeschwiegen und umgangen wird. Wie viele Frauen nehmen durchgehend die Pille, um ihre Tage nicht mehr haben zu müssen. Es gibt Binden, Tampons und entsprechende Schmerzmittel in der Werbung zu sehen, aber doch meistens mit dem Hintergrund, dass damit der Alltag fortgeführt werden kann, wie wenn nichts wäre. Von wegen Rückzug - mit Tampons und ein paar Schmerzmitteln kann frau so tun, als wenn nichts wäre und direkt auf die nächste Party gehen. Ist das im Ursinne der Weiblichkeit?

Das Thema Weiblichkeit leben ist aus meiner Sicht wichtiger denn je und nicht nur, weil meine Menstruation mich dazu auffordert. Wir leben in einer Zeit, in der wirklich alles Alte, und mag es noch so viele hundert Jahre her sein, hochdrängt, gesehen werden will und einfach fließen will. In seine Weiblichkeit zu kommen ist eine Aufforderung dieser Zeitqualität und dazu gehört es, sich alles anzuschauen, bei dem frau die Weiblichkeit noch nicht ganz lebt, Aspekte davon nicht haben will. Die Weiblichkeit ist ein so wichtiger Gegenpol zum Männlichen. Und das Leben ruft laut nach Ausgleich, nach Balance zwischen diesen beiden Polen. Das Männliche war zu lange dominant, das stete Tun und Leisten, das stark sein müssen und mit dem Verstand agieren. Es ist Zeit wieder Weichheit und Weibleichkeit in die Welt zu bringen!

Ich bin gespannt, was noch alles an Erkenntnissen auf mich wartet, was meine GebärMUTTER da noch so in petto hat. Es kann nur großartig sein und ich freu mich drauf. Selbstverständlich werde ich berichten...

Ein Hoch auf die Weiblichkeit und die Menstruation. ;)

Herzensgrüße von mir
Anja

PS:
Weitere Hintergründe von Regelschmerzen können sein:
-Konflikte mit der Mutter (es heißt nicht umsonst GebärMUTTER)
-nicht loslassen wollen (während der Regel fließt etwas nur unter Schmerzen ab)
-Schuld (Schmerz kann eine Folge von Schuld sein; der Schmerz als "Strafe" für die Schuld)


Mittwoch, 19. August 2015

Zum Durchhalten aufgerufen

Vorhin habe ich mich wieder dem Mangelgefühl gewidmet. Ich spürte, dass es nochmal Aufmerksamkeit brauchte. Also setzte ich mich hin und ging wieder ganz in das Gefühl, nahm Kontakt auf zu der kleinen Fledermaus, als die sich das Mangelgefühl neulich gezeigt hat. Sie fühlte sich abgelehnt, wollte gar nicht her zu mir kommen, denn niemand wollte sie je da haben. Wieso sollte das plötzlich anders sein? Ich spürte die tiefe Traurigkeit der Fledermaus, meines Mangelgefühls. Sie war einsam, wurde von niemandem gemocht. Klein und zerbrechlich stand sie vor mir. Als ich ihr die Hand hinstreckte, schaute sie ungläubig. Zögerlich kam sie auf mich zu, nahm meine Hand. Ich fühlte eine unbändige Liebe für dieses verschreckte, abgelehnte Wesen, mein Herz wurde ganz weit und überschüttete die Fledermaus mit Zuneigung. Wir hatten in diesem Moment eine innige Verbindung. Sie merkte, dass ich es absolut ernst meinte und sie wirklich da haben wollte. Dann wandte sich die Fledermaus um und war im Begriff zu gehen. Ich fühlte den nahenden Abschied und er schmerzte. Tatsächlich hatte ich das Mangelgefühl in mein Herz geschlossen, es akzeptiert und angenommen und konnte gar nicht glauben, dass es jetzt gehen wollte. Ich fragte, wo sie denn hinwollte, die Fledermaus. Sie sagte mir, dass sie jetzt gehen würde, um die Fülle zu holen. Dann war sie weg.

Eine zeitlang war ich alleine und wartete. Plötzlich tauchte ein Kamel vor mir auf. Ich war sofort von ihm fasziniert und streichelte es. Es hatte eine wunderbare Energie. Dennoch zweifelte ich, ob dieses Kamel wirklich die Fülle verkörperte. Ich betrachtete es und versuchte zu erkennen, was dieses Tier mit Fülle zu tun hatte, lebte es doch vorwiegend in der Wüste. Da sah ich es plötzlich in einer Oase liegen. Völlig zufrieden, mit allem versorgt, was es braucht. Alles wucherte üppig grün, die Sonne schien, es gab Wasser im Überfluss. Konnte es doch die Fülle darstellen?

Ich hatte das Gefühl, dass wir aufbrechen mussten, setzte mich auf den Rücken des Kamels und wir zogen los. Wir ritten hinaus aus dieser wunderbaren Oase hinein in die Wüste. Mit dem Kamel fühlte ich mich total sicher. Ich wusste, dass das schon alles so passte. Ganz gemächlich, aber zielstrebig, trotteten wir dahin. Plötzlich lagen da meine Kontoauszüge im Wüstensand. Das Kamel trat unbeirrt drauf und lief weiter. Ich protestierte, doch das Kamel meinte zu mir, dass die Kontoauszüge lediglich das widerspiegelten, was ich bisher über Geld dachte. Was ich heute über Geld denke, kreiert meine Kontoauszüge von morgen. Also wären die alten nichts als Schall und Rauch. Ich kann mich jeden Moment dazu entscheiden, anders zu denken, bin von Fülle immer nur einen Wimpernschlag, einen Gedanken entfernt. Das klang logisch und ich konnte die zertrampelten Kontoauszüge mit gutem Gefühl im Wüstensand zurücklassen. Das Kamel sprach weiter zu mir und meinte, dass ich einen eisernen Willen habe und mich durch nichts von meinem Weg abbringen ließe. Das gefiel ihm. Das Tier kam mir vor, wie ein sehr weises Wesen. Es wusste mehr als ich und war sich seiner Aufgabe in meinem Leben total sicher. Wir zogen weiter und kamen an einen prächtigen, orientalischen Palast. Ich stieg ab und das Kamel sagte mir, dass der Palast mir gehören würde. Überrascht sah ich es an und fragte, wie das sein konnte. Der Palast habe mir schon immer gehört, ich hätte es nur vergessen. Das musste ich erst einmal verdauen und setzte mich auf die Stufen, die zum Hauptportal hochführten. Da saß ich nun in all meinem Reichtum und konnte es gar nicht fassen. Ich hatte noch gar keinen Zugang dazu. Plötzlich war mir klar, dass ich in einem früheren Leben ein Armutsgelübde abgelegt hatte.

Im 15. Jahrhundert war ich ein mächtiger Mann, reich und einflussreich. Doch zu meinem Volk war ich widerwärtig. Ich ließ die Menschen schuften und hungern, während ich in Saus und Braus lebte. Das Volk rächte sich eines Tages an mir und brachte meine Frau und mein Kind um. Sie nahmen mir das Liebste. Ich war so verletzt und verzweifelt durch diesen Verlust, dass ich all meinen Besitz hergab und ins Kloster ging. Ich wollte nie wieder reich sein, dachte ich doch, dass Reichtum nur zu Unglück führte. In dieser Rückführung wurde mir jedoch klar, dass nicht alleine das Geld für das Unglück zuständig war, sondern meine Art mit dem Reichtum umzugehen. Geld ist Geld und Macht ist Macht, die Frage ist, wie ich beides jeweils einsetze. Ich sah nun all die Bürger vor mir, die ich so schlecht behandelt hatte. Sie vergaben mir und sagten, dass ich den Reichtum nicht vertäufeln sollte, sondern besser achtsam und wohlwollend, dienlich damit umgehen sollte.

Da war ich wieder zurück auf der Treppe vor meinem Palast und konnte mich nun wirklich an all dem Besitz freuen. Er war nicht schlecht und er brachte auch kein Unglück. Mein erster Impuls war, dass all die Bewohner von meinem Reich großzügig Geld und Essen von mir bekommen sollten. Ich wollte den gleichen Fehler nicht zweimal machen. Doch ich merkte schnell, dass das auch nicht der richtige Weg war. Viel besser und vor allem notwendiger, wahrer und wichtiger war es, all den Menschen zu helfen, selbst in ihre wahre Größe zu kommen. Ihnen zu helfen, dass sie sich wieder daran erinnern, dass sie selber Macht haben und reich sind, vor allem innerlich. Ich soll den Menschen helfen, aufzustehen und ihr eigener König zu sein, ihren eigenen Palast zu entdecken.

Nach dieser Meditation saß ich noch eine ganze Zeit tief bewegt da und ließ das alles auf mich wirken. Unfassbar, was sich alles zeigt, wenn man nur hinschaut. Und während ich das schreibe, habe ich Gänsehaut und weiß einmal mehr, dass das genau so richtig ist. Genau darum bin ich wirklich hier. Ich soll den Menschen helfen, aufzustehen und ihr eigener König zu sein. WOW!!!!

Das Kamel, das mir in dieser Meditation begegnet ist, ist wieder ein schamanisches Krafttier und vorhin habe ich die Bedeutung im Internet nachgelesen. Hier ein Auszug:

"Schreitet das Kamel gemächlich und gelassen durch Ihre Lebenskreise, dann will es Sie auf Ausdauer, Beharrlichkeit und Belastbarkeit aufmerksam machen. Möglicherweise sind Sie bei Etwas kurz davor aufzugeben oder umzukehren. Das Krafttier Kamel kommt jetzt deshalb zu Ihnen, um Ihnen Mut zuzusprechen und neue Kraft zu schenken, damit Sie auch den Rest des Weges schaffen. Ihre momentane Situation erscheint Ihnen womöglich wie eine irrsinnig lange Durstrecke, an deren Anfang Sie sich nicht mehr erinnern können, weil er schon so lange her ist, und deren Ende Sie nicht sehen können, weil das Ziel so weit entfernt ist. Das Kamel als Krafttier schenkt Ihnen neue Kraft, füllt Ihren Energiespeicher wieder vollständig auf und begleitet Sie bis zum Ende der Durststrecke. Falls Sie sich schon zu sehr verausgabt haben, nimmt Ihnen das Kamel auch gerne Lasten ab oder trägt Sie ein Stück des Weges, denn es will, dass Sie Ihr Ziel unter allen Umständen erreichen. Mit dem Krafttier Kamel an Ihrer Seite wird die zu überwindende Durststrecke zwar nicht kürzer, aber erträglicher, weil Sie nicht mehr allein sind, sondern einen Coach an ihrer Seite haben, der Sie immer wieder aufbaut. Das Kamel als Krafttier schenkt Ihnen die nötige Gelassenheit und Ruhe, damit Sie sich nicht von Ihrem Weg abbringen lassen und es schenkt Ihnen Durchhaltevermögen und Ausdauer, damit Sie all Ihre Ziele erreichen – egal wie lange oder beschwerlich der Weg bis dahin ist. Schreitet das Kamel als Krafttier in Ihr Leben, will es Sie also auf Ihrem Weg bestärken, auch wenn Sie das Gefühl haben, das sich gerade alles gegen Sie zu richten scheint. Mit Hilfe des Kamels als Krafttier lassen Sie sich auch nicht von Trugbildern, Täuschungen oder Fata Morganas beirren und können sämtliche Täuschungen als solche entlarven. Als Lastentier zeigt Ihnen das Kamel aber auch, dass man sich nicht überladen darf und gut vorbereitet sein sollte, wenn man eine lange Wegstrecke ohne Zwischenstops vor sich hat. Man unterschätzt die Länge des Weges schnell, wenn man ihn anfangs euphorisch, forsch und siegessicher beschreitet. Lassen Sie es also von Anfang bis Ende lieber ruhig angehen und teilen Sie sich Ihre Kraft gut ein, dann kommen Sie auch ohne größere Probleme sicher ans Ziel. [...]"
(Quelle: http://www.schamanische-krafttiere.de/krafttier-kamel.html)

Wenn ich nun noch einmal zu meinem ursprünglichen Grund zurückgehe, warum ich die Meditation überhaupt gemacht habe, dann passt dieser Text wie Arsch auf Eimer.

Ich bin auf meinem Weg zur Fülle, der ist schon lang und manchmal habe ich das Gefühl, dass sich einiges gegen mich zu richten scheint. ABER das Kamel fordert mich auf durchzuhalten. Es will, dass ich auf jeden Fall und unter allen Umständen ans  Ziel komme. Diese Worte tun so gut!!!! Und ich bin gleich viel entspannter und zuversichtlicher, habe wieder neue Kraft für das nächste Stück Weg.

Wenn du nun auf diesen Text gestoßen bist, dann sei dir sicher, dass das Kamel auch dir als Krafttier zur Seite steht. Auch du sollst an dein Ziel kommen, egal, wie dieses Ziel aussieht! Fühl dich hiermit zum Durchhalten aufgerufen!!!

Es mag Durststrecken geben, wir mögen Wüsten durchqueren, aber wir werden ankommen!!!

Fühlt euch herzlich gegrüßt!
Anja

Auch eine Wüste hat Oasen!
Foto: Anja Reiche

Montag, 17. August 2015

Auf "Geben" programmiert

Die letzten Tage kommt immer mal wieder das Mangelgefühl hoch. Mal mehr, mal weniger... Gerade bezüglich Geld macht es sich extrem bemerkbar. Ein Thema, das ich schon sehr lange habe und bearbeite. Scheibchenweise... weil es so tief sitzt.

Gefühlt ist das Thema Geld und über Geld im Überfluss verfügen zu können mit das schwierigste Thema überhaupt. Das Mangelgefühl diesbezüglich wird seit hunderten von Jahren und über unzählige Generationen weitergegeben. Vererbt sozusagen. Und schauen wir zurück ist das nur allzu verständlich. Immer wieder gab es in der Menschheitsgeschichte Kriege, die Mangel erzeugten und wahrscheinlich schon alleine wegen Mangel erst angefangen wurden. Immer wieder und überall gab es Reiche, Adlige, die die Armen klein gehalten haben und unterdrückt haben. Überall gab es diese "kleinen Leute", die das mit sich haben machen lassen, weil sie glaubten, dass das Leben nun einmal so ist und es ihr Schicksal wäre. Die Überzeugungen und Glaubenssätze bezüglich Geld, und dass einem davon nie genug zur Verfügung zu stehen scheint, sitzen tief.

Genauso tief in meinem Herzen weiß ich aber, dass dieses Leben anders gedacht ist. Dass wir in Fülle leben können, in Leichtigkeit, dass wir uns nicht dafür anstrengen müssen, wenn wir nur glauben könnten, dass es so ist. Wenn wir nur alles aus dem Weg räumen, was dem entgegenwirkt. Und da gibt es ziemlich viel, was entgegenwirkt.

Was hab ich nicht schon alles in den hintersten Winkeln meiner Selbst gefunden an Überzeugungen, die gänzlich ungünstig waren, an Erlebnissen aus der Kindheit, die ich für die Wahrheit hielt.

  • Da war das Gefühl der Wertlosigkeit, von dem ich wohl nicht beschreiben muss, wie es sich auf Überfluss auswirkt. Wenn ich das Gefühl habe, keinen Wert zu haben, dann bekomme ich auch keinen "Wert" in Form von Geld.
  • Da war die Prägung, dass ich immer für die Bedürfnisse der anderen sorgen muss und es normal ist, dass wenig bis nichts dafür zurückkommt. Es ist schließlich meine Aufgabe.
  • Da waren Schuldgefühle, denn wenn einem etwas geschenkt wurde, dann musste man direkt etwas zurückschenken oder sich wenigstens den Wert notieren, dass man bei passender Gelegenheit nur ja etwas Vergleichbares zurückgeben konnte. Man will sich ja nicht nachsagen lassen, dass man knausrig ist. Geschenke verpflichten sozusagen... Empfangen verpflichtet zum Geben.
  • Da waren hinderliche Glaubenssätze wie:
    -Du musst hart arbeiten für das Geld.
    -Von nichts kommt nichts.
    -Wir haben nicht genug.
    -Ich tue zu wenig.
    -Ich tue nicht das Richtige.

All das habe ich mir nach und nach und manches immer wieder angeschaut. Und wenn ich bedenke, dass ich noch vor 4 Jahren von Existenzängsten geplagt und geschüttelt wurde, habe ich wirklich Fortschritte gemacht. Ich kann das Thema immer entspannter sehen und habe diesbezüglich große Erfolge zu verbuchen, was meine Einstellung und den Umgang mit Geld angeht.

Und dennoch war da öfter mal dieses flaue Gefühl im Magen, dass ich noch nicht so recht deuten konnte. Es kam immer wieder in regelmäßigen Abständen und ich wollte es nicht so recht da haben. Neulich wurde mir blitzartig bewusst, dass es sich dabei um das Mangelgefühl an sich handelt. Ein Gefühl, das bis dahin keinen Namen hatte. Der erste Impuls war wieder, es wegzuschieben, weil es sich so unangenehm anfühlte. Gott sei Dank wurde mir aber recht schnell klar, dass das zu nichts führt und das auch das Gefühl einfach nur Liebe und Annahme möchte, da sein will und endlich gefühlt werden will. Wie oft habe ich es schon weggeschoben, wie oft die Generationen vor mir. Niemand wollte dieses Gefühl zulassen. Keiner konnte es leiden. Es war an der Zeit, das zu ändern. Also setzte ich mich wie immer hin und gab mich ganz dem Gefühl hin, dem Mangel und der Enge und der Dunkelheit, die mit dem Mangel einhergingen. Ich ließ es einfach zu mit dem Wissen, dass mir dieses Gefühl nichts tun konnte. Und nach einiger Zeit verwandelte sich die Enge und Dunkelheit in Weite, wurde hell und frei und konnte endlich fließen. Es war eine Wohltat sich nicht mehr gegen dieses Gefühl zu wehren. War das Wehren doch immer so anstrengend. Ich genoss es, einfach ganz bewusst den Mangel zu spüren und ihm seine Berechtigung zu lassen. Es gibt ihn genauso wie die Fülle, sie sind zwei Seiten der gleichen Medaille. Nur eine Seite alleine gibt es nicht.

Wieder ein Schritt in Richtung Überfluss. Das tat gut. Und heute wurde mir dann so richtig bewusst, wie sehr ich mich gegen das Empfangen wehre. Wie sehr ich auf "GEBEN" programmiert bin, weil ich es so lange musste. Es war ein Bild von einer Mauer, die ich um mich herum errichtet habe, um nur ja keine Geschenke an mich heranzulassen, denn alles, was ich bekam, war an Bedingungen geknüpft und verpflichtete mich, etwas zu geben und zwar viel mehr als ich bekam. Damit das nicht ständig passierte, wappnete ich mich mit dieser Mauer gegen das Empfangen. Mein inneres Kind war so erschöpft von all dem "Geben müssen", dass ihm nur noch diese Mauer einfiel, als Schutz für sich selbst. Es wollte nichts mehr bekommen, weil es nur um so mehr hätte wieder geben müssen und dazu hatte es keine Kraft mehr.

Wenn ich so zurückblicke, dann finde ich unzählige Situationen, in denen ich sehr viel gegeben habe und nur wenig zurück kam. Kam dann etwas zurück, dann vergaß ich alles, was ich schon gegeben hatte und fühlte mich sofort wieder in der Pflicht eine Gegenleistung zu erbringen. Ein ewiger Kreislauf, der ziemlich unzufrieden macht. Auf der einen Seite schon ganz normal für mich, dass ich das Beliefern anderer brauchte, damit ich mich "wohlfühlen" konnte, weil ich meine "Pflicht" getan hatte und auf der anderen Seite, war da immer diese innere Stimme, die sagte, dass das so nicht richtig ist.

Ich durfte heute feststellen, dass ich zum Empfangen gar nicht mehr so richtig in der Lage bin. Einfach etwas nehmen, danke sagen und mich freuen, dass ich es bekommen habe, ohne direkt im Kopf eine Notiz zu machen, dass ich mich bei Gelegenheit revanchieren muss. Einfach UNSCHULDIG empfangen, wie es kleine Kinder, die noch nicht geprägt wurden, können, ohne Schuld empfangen. Hilfe annehmen, schwach sein dürfen, sich einfach hinsetzen können und sich die Dinge zufließen lassen. Ganz entspannt und voller Freude. Und das Leben ist für meine Begriffe genau so angelegt. Alles fließt uns zu, wenn wir das Leben nur lassen. Es würde uns versorgen, wenn wir es zulassen würden.

Für mein inneres Kind habe ich die Engel um Hilfe gebeten und sie kamen direkt in Scharen, haben das kleine erschöpfte und ausgelaugte Wesen in ihre Mitte genommen und ihm ganz viel Energie zufließen lassen, haben schützend ihre Flügel um es gelegt. Sie haben angefangen, die Mauer einzureißen und den Zufluss wieder freizumachen. Der Prozess, wieder empfangen zu können, hat begonnen und ich weiß, dass ich es irgendwann wirklich wieder kann.

Wieder habe ich einige Aspekt erkannt, die mich noch von der Fülle abhalten. Der Tag wird kommen, an dem ich sie erleben darf. Dafür sorge ich! Wenn nicht ich, wer dann?

Ich sende euch Herzensgrüße
Anja


Nachtrag vom 17.08.2015 um 16:55:

Und noch etwas trifft mich gerade wie ein Hammerschlag. Es ist kein Wunder, dass ich so vielen Menschen begegne, die großzügig von mir nehmen. Muss mir das Leben doch unbedingt das präsentieren, was ich selbst nicht leben will. Es weißt mich auf den Aspekt hin, den ich so lange abgelehnt habe. Das Leben funktioniert perfekt. Unfassbar...
 

Foto: Anja Reiche


Freitag, 14. August 2015

Meine geliebte Seelenskulptur

Hey ihr Lieben,

heute möchte ich euch endlich etwas ausführlicher von meiner geliebten Seelenskulptur erzählen, die für mich gefertigt wurde und die so unglaublich tiefgreifend wirkt.

Erwähnt hatte ich diese Skulptur bereits in meinem Artikel "Die Seelenfamilie - du bist nicht allein".  Zu dem Zeitpunkt hatte ich die Figur aber noch nicht, da war sie noch in Arbeit, hat aber schon fleißig Themen in mir hochgeholt.

Diese Seelenskulptur müsst ihr euch so vorstellen, dass der jeweilige Seelenzustand, alles, was gerade gesehen werden will von Silvia (so heißt die "Künstlerin" - also das liebe Wesen mit dieser außergewöhnlichen Fähigkeit) in Form gebracht, sichtbar gemacht wird. Silvia fühlt sich in die momentane Energie des Empfängers ein und folgt ganz ihrer Intuition. So auch bei mir. Angefangen hat der Entstehungsprozess im Januar diesen Jahres. Als Silvia die ersten Formen bildete, begannen bei mir, die Themen hochzukommen, Verstrickungen wurden mir bewusst und ich konnte sie bearbeiten. So ging das während der gesamten Zeit, bis die Modelliermasse endlich trocken war. Anfang Juli dann war es endlich so weit und die Skulptur wollte zu mir und ich nahm sie begeistert und fasziniert in Empfang. Hier ein Foto, wie sie da aussah:


meine Seelenskulptur
Foto: Silvia Annelie Cleveland

Dazu gab es eine liebevoll gestaltete Mappe mit allen Botschaften, die für mich wichtig waren/sind. Eine Seelenbotschaft, Bedeutung der Heilsteine, die eingearbeitet sind, Texte von Engelkarten, die in der Entstehungszeit gezogen werden wollten, all das.

Als ich die Skulptur das erste Mal in Händen hielt, bestaunte ich erstmal alle Details und fühlte mich ein, was das alles für mich bedeutet. Ein Regenbogen, der die bunten Farben meiner Seele widerspiegelt. Eine Weltkugel, in die diese wunderbaren Farben strömen, sich ergießen, wie wenn ich mich in dieser Welt "verbreite". Ein flammendes Herz, zu dem ich zu der Zeit noch keinen Zugang hatte. Und ein wunderbarer Wasserlauf, der meinen Energiefluss darstellt, durch meine Weiblichkeit in diese Welt gebracht wird, fließt - ich konnte das Plätschern hören. Auf mich wirkte die Figur wie ein Baum, aus dessen Stamm sich mein Wesen entfaltet, hervorbricht, aufgeht wie eine Blüte, die damit ihre Schönheit zeigt.

Nachdem ich mich fürs Erste sattgesehen hatte, nahm ich mir die Mappe vor mit all den Botschaften.


Die liebevoll gestaltete Mappe
Foto: Anja Reiche

...und der Inhalt - wunderschöne Worte
Foto: Anja Reiche

Und es dauerte wahrlich nicht lange und ich brach tief bewegt ganz heftig in Tränen aus. Stand da doch der Satz, den mir meine Seele ganz liebevoll mitteilen wollte: "Lebe Geliebte, krieche nicht länger über den Boden!" Da stand noch mehr, aber bei diesen Worten war es um mich geschehen. Sie drückten genau das aus, was zu dem Zeitpunkt ein wirklich großes Thema für mich war: Aufstehen und in die eigene Größe kommen, mich zeigen, selbstbewusst und stolz, hinausgehen in die Welt und meine Fähigkeiten weitergeben, mutig und wohlwissend, wie wertvoll es ist, was ich da kann. Die Tränen schüttelten mich von ganz tief unten. Die Worte gingen direkt ins Herz. Empfangen von Silvia, geschrieben durch meine Seele Anfang des Jahres, wo ich noch keine Ahnung davon hatte, dass sie irgendwann Anfang Juli so wichtig für mich sein werden. Einfach nur faszinierend! ♥

Die Skulptur steht seitdem in meinem Büro auf der Fensterbank und arbeitet mit mir. Immer wieder schaue ich sie an und fühle, ob sie mir gerade was sagen will. Sie hat sich auch verändert. Eine Verstrickung mit meiner Mama (symbolisiert durch eine Art Ranke), die schon gelöst war, durfte ich ganz entfernen und beiseite legen. Irgendwann merkte ich, dass das Wasser, meine Energie, nicht mehr floss. Etwas verstopfte den Fluss. Als ich die Figur bekommen habe, hat mich Silvia darauf aufmerksam gemacht, dass sie in den Stamm des Baumes von unten einen Pfropf stecken musste. Der wollte einfach da hin. Dieser Pfropf war anfangs bombenfest drin. Als ich ihn nun berührte merkte ich, dass er wackelte. Nach etwas hin und her, konnte ich ihn ganz lösen und trat immer wieder mit ihm in Kontakt. Es zeigte sich, dass auch er eine Verstrickung mit meiner Mama symbolisierte, die ich nun lösen konnte. Nach einigen Tagen und Begegnungen in Meditation floss meine Energie wieder, das Wasser/die Energie in der Skulptur sprudelte fröhlich. Ich konnte es mit meinem geistigen Auge sehen und mit meinen geistigen Ohren hören.


Die Skulptur heute - rechts die gelösten Verstrickungen
Foto: Anja Reiche


Und so schaue ich immer wieder, was mich an der Skulptur gerade anspricht, was meine Aufmerksamkeit möchte und was sie mir sagen will. Zu manchen Elementen habe ich bis heute keine Verbindung, andere kommunizieren stetig mit mir. Eben alles zu seiner Zeit. Ich bin gespannt, was mir die Figur noch alles zeigen wird und wie lange unser gemeinsamer Weg noch geht. Es gibt bestimmt noch viel zu entdecken. Sie ist auf jeden Fall eine wunderbare Schöpfung, die Erstellung eine wunderbare Gabe und so wertvoll.

Silvia, geliebte Seelenschwester, ich danke dir von Herzen für dieses große Geschenk! Dich hat wirklich der Himmel geschickt. ♥


Euch allen sende ich Herzensgrüße
Anja


PS: Wenn du auch eine Seelenskulptur möchtest oder ansonsten gerne Silvias Fähigkeiten nutzen würdest, dann schreib ihr einfach eine Mail unter: filakia@gmx.net


Samstag, 8. August 2015

Was ich meinen Eltern verdanke

In meinen beiden Artikeln "Wie die Kindheit in uns nachwirkt" und "Frieden mit den Eltern" habe ich darüber geschrieben, welche Wunden die Kindheit hinterlassen kann und wie man diese wieder heilen kann. Ich denke, dass die meisten von uns in irgendeiner Form solche Wunden von damals davongetragen haben.

So schlimm das alles gewesen sein mag, gibt es aber auch immer eine andere, eine positive Seite, einen Gewinn daraus. "Selten ein Schaden, wo nicht ein Nutzen dabei ist." pflegt meine Oma immer zu sagen und damit hat sie völlig recht.

  • Die Tatsache, dass meine Eltern wenig Zeit für mich hatten, hatte durchaus auch etwas Gutes, denn ich habe früh gelernt selbständig zu sein. Ich war oft auf mich alleine gestellt und so ging ich Probleme und Herausforderungen eben selbst an und fand immer irgendwie eine Lösung. Ich habe gelernt, dass alles immer irgendwie geht und Vertrauen in mich gewonnen, weil ich merkte, dass ich alles schaffen kann. Geht nicht, gibt es nicht! Wenn ich etwas noch nicht kann, dann lerne ich es mir eben.
  • Ich habe gelernt, Entscheidungen zu treffen, weil ich es musste. Das hat mir niemand abgenommen. In viele Dinge, gerade was die Schule und die berufliche Entwicklung angeht, hat mir niemand reingeredet. Ich habe meinen Weg ganz alleine gewählt und konnte da das tun, was ich für richtig hielt. Und ich finde, dass ich das alles richtig gut gemacht habe. Ich habe gelernt, stark zu sein und für mich einzustehen.
  • Wir Kinder mussten mit anpacken. Das war einfach so. Und so oft mich das genervt hat und so oft wie ich sowas von keine Lust dazu hatte, habe ich doch viel gelernt. Zu Hause wurde viel selber gebaut und auch repariert. So kam es, dass ich technisch geschickt bin, dass ich mit Hammer und Nagel genauso wie mit einer Bohrmaschine umgehen kann. Ich kann Böden verlegen, tapezieren, streichen, Holzdecken anbringen und wenn nun bei mir etwas kaputt geht, dann schaue ich immer erstmal, ob ich das nicht selbst wieder reparieren kann.
  • Und genauso ist es im Haushalt. Auch da musste immer mit geholfen werden. Auch das hat mich oft genug genervt. Auch in dem Zusammenhang gab es Verletzungen, weil der Umgang manchmal nicht der wertschätzendste war. Dennoch habe ich auch hier viel gelernt. Ich kann kochen und backen und das nicht nur ein bisschen, sondern sogar ziemlich gut. Ich kenne viele alte Hausmittel und Tricks. Heute bin ich in der Lage meinen Haushalt wirklich gut zu führen.
  • Ich bin auf dem Land groß geworden, habe daher ein Gespür für die Natur und für Tiere. Wir waren unheimlich viel draußen. Ich kenne heimische Vogelarten, Bäume und Blumen und verstehe etwas von Obst- und Gemüsebau und generell von der Natur. 

Das ist mal eine kleine Auswahl, aber ich denke, der Grundgedanke ist klar. Ja, es gibt Wunden, die geheilt werden wollen. Ja, es gibt Hinderliches, das wir wieder aus dem Weg schaffen müssen. Ja, es tat oft weh. Aber ich glaube, dass jeder auf die ein oder andere Weise auch etwas Positives davon hat, dass es auch hier eine zweite Seite der Medaille gibt. Etwas Negatives hat auch immer etwas Gutes. Wo Schatten ist, da ist auch Licht. Das, was damals war, hat dich auch im positiven Sinne zu dem Menschen gemacht, der du heute bist.

Und neben den oben aufgezählten Dingen, die ich als sehr wertvoll empfinde, kann ich sagen, dass das Wichtigste, was ich meinen Eltern zu verdanken habe, die perfekte Vorbereitung auf meinen Weg, ist.

Bei einer Heilmeditation, die ich im Januar diesen Jahres bezüglich meines schmerzenden Knies gemacht habe, kam das sehr schön zum Ausdruck. Hier ein Auszug aus den Geschehnissen:

"Die Messerspitze (sie steckte auf geistiger Ebene in meinem Knie) stand für all die „Spitzen“, die ich als Kind eingesteckt habe, für all die Demütigungen, die ich empfunden habe, für alle Verletzungen, die ich erfahren habe. Und mit diesem Wissen begann sich die Messerspitze in eine Art Verband zu verwandeln, den ich um die dünn geriebene Stelle an meinem Außenband legen konnte. Ich konnte mit der verwandelten Messerspitze mein Knie wieder heilen. Das, was mich verletzt hat, war auch in der Lage mich wieder zu heilen. Die Demütigungen verwandelten sich in Demut, denn ich begriff plötzlich, dass alles, was ich als Kind an Verletzungen erlebt habe, die beste Vorbereitung auf meine jetzige Arbeit waren, auf meinen Weg, auf mein wahres Wesen. Es ist die beste Basis und die beste Schule, die ich mir nur wünschen konnte. Wie könnte ich den Menschen besser helfen, als mit eigenen Erfahrungen. All die Klarheit, mit der ich die Zusammenhänge und Verstrickungen zwischen Klienten und deren Eltern sehen kann, verdanke ich nur meiner eigenen Erfahrung, meinen eigenen Erlebnissen, meiner Vergangenheit. Und plötzlich war auch der Hintergrund von meinem Knie sonnenklar. Die Spannungen, die ich tatsächlich zwischen der Familiengeschichte und meinem eigenen Weg gefühlt habe, dieses Gefühl von „ich bin anders und muss mich schützen und befreien“, drückten sich in diesem Schmerz aus. Diese gedankliche Spannung war auf einmal weg, denn ich erkannte, dass sich das alles gar nicht widerspricht. Das sind keine zwei Magneten die sich abstoßen, sondern vielmehr ist unsere Familiengeschichte und meine Vergangenheit das wunderbarste Fundament, auf dem ich jetzt gehen kann, das ich mir für meinen eigenen Weg nur wünschen kann. Als mir das klar wurde, legten in dieser Meditation meine Eltern heilend ihre Hände auf mein Knie und es floss unendlich viel Liebe. Ich wusste, dass diese Wunde nun heilen kann. Ihr könnt euch vielleicht vorstellen, wie sehr ich weinen musste. Zum ersten Mal sah ich meine Eltern als das, was sie wirklich sind: Zwei wunderbare Seelen, mit denen ich mich verabredet habe, damit sie mich auf perfekte Art und Weise auf meinen eigenen Weg vorbereiten und mich durchströmte unendliche Liebe, Dankbarkeit und Demut. Für meine Eltern, für diese liebevollen, großartigen Seelen, die sie sind, die sich auf einer höheren Ebene dafür bereit erklärt haben, mir diese ganzen Verletzungen „anzutun“, für dieses wunderbare, perfekte System, in dem wir hier leben. Da fiel mir der eine Satz wieder ein, den Gott in der Geschichte „Eine kleine Seele spricht mit Gott“ gesagt hat: "Denke stets daran", hatte Gott mit einem Lächeln gesagt, "ich habe dir immer nur Engel geschickt!" Und so ist es auch. Manchmal dauert es einfach, bis einem das wieder bewusst wird und man es wirklich fühlen kann.

Wenn ich heute mein rechtes Bein anschaue, dann sehe ich kein gebrechliches Etwas mehr, mit dem ich nicht weit komme und das ich nicht belasten kann. Wenn ich heute mein Bein anschaue, dann sehe ich ein wundervolles, kraftvolles Gebilde mit einer perfekten, robusten Basis als Oberschenkel (die Familiengeschichte) und einen agilen, wendigen Unterschenkel (meinen Weg), die beide absolut im Knie harmonieren und mit dem ich perfekt MEINEN Weg gehen kann. Meinen Weg mit einer Familiengeschichte, die mir den Rücken stärkt und mir alles gegeben hat, was ich für meine eigene Geschichte brauche!

Ich verneige mich in Demut vor all meinen Vorfahren, vor meinen Eltern und all den wunderbaren Seelen, die mich für meinen Weg vorbereitet haben."


Heute fühle ich wirklich eine tiefe Liebe zu meinen Eltern! Mama, Papa, ich danke euch!!! ♥

Herzensgrüße von mir
Anja

PS: Die ganze Heilmeditation findest du im Artikel "noch mehr Heilung".


Foto: Anja Reiche

Dienstag, 4. August 2015

Alles Alte will erlöst werden

Im Moment scheint alles in Aufruhr zu sein. Konflikte nehmen zu, Spannungen werden greifbar, die Emotionen spielen verrückt, was schon länger gedrückt hat, drückt noch mehr. Sei es im beruflichen Bereich, im privaten, wirtschaftlich oder politisch.

Tatsächlich befinden wir uns gerade in einer Zeit, in der nicht mehr weggeschoben werden kann, was drückt und was nicht, nicht mehr, dem eigenen wahren Wesen entspricht. All das bricht jetzt durch, wird sichtbar, kommt ans Licht. Nichts mehr mit unter den Teppich kehren oder aussitzen, verdrängen oder hinnehmen. Das geht alles nicht mehr. Was nicht in der Liebe ist, bricht weg, zusammen, verabschiedet sich.

Alte Muster kommen extrem hoch und wollen endlich erlöst werden, alter Schmerz will endlich gefühlt werden, abgelehnte Anteile endlich gelebt werden. Wundert euch also nicht, wenn euch gerade extrem viele Situationen geliefert werden, die scheinbare Probleme darstellen. Schaut euch die Emotionen an, die diese Situationen in euch auslösen und fühlt sie bewusst. Lasst Schmerz, Wut, Angst, Schuld, Scham, Druck, Kleinheit, Wertlosigkeit, etc. einfach da sein und nehmt sie an. Damit erlöst ihr sie. Und mein Herz sagt mir, dass sie jetzt ein für alle mal erlöst werden können, wenn wir nun nochmal mutig durch sie hindurchgehen.

Schaut euch auch genau an, ob sich in diesen ganzen Problemen alte Muster zeigen, alte Glaubenssätze, hinderliche Überzeugungen und lasst auch die in Frieden und Liebe gehen. Ihr habt sie irgendwann ins Leben gerufen, aber ihr braucht sie jetzt nicht mehr. Die Zeit ist vorbei! Dankt ihnen für ihr Wirken, sie waren wirklich zuverlässig ;) und entscheidet euch neu für zuträglichere Überzeugungen. Und wenn ihr glaubt, dass ihr sie nicht so einfach loslassen könnt, dann bittet die Engel, euer höheres Selbst, Gott, das Leben, das Universum oder wem immer ihr das zutraut, euch zu unterstützen und von allem Alten zu befreien. Euch wird geholfen werden!

Schaut hin, wo ihr euch noch nicht erlaubt, bestimmte Anteile, Wesenszüge und Facetten zu leben. Erlaubt ihr euch, faul zu sein? Zu genießen? Wütend sein, patzig, laut, ausgelassen, frei, fies, unzuverlässig, unordentlich, dick? Auch alles Abgelehnte will jetzt wieder integriert werden. Es gibt immer zwei Seiten und beide gehören zum Leben!

Deine Seele will ganz werden, alle Anteile haben dürfen! Die Seelen streben danach, endlich ihr wahres Wesen zum Ausdruck bringen zu können und alles loszulassen, was dieses Wesen nicht ausdrückt oder sogar behindert. Im Moment kommt alles ans Licht, was uns bremst, was uns noch belastet! Gott sei Dank! Nehmt diese Chance wahr und umarmt all das in euch und um euch, was sich gerade zeigt und mag es noch so schmerzhaft und verwirrend sein.

Es mögen Jobs verloren werden, Beziehungen auseinander gehen, Freundschaften zerbrechen. Das alles ist erstmal heftig und dennoch eine ganz große Chance. Eine ganz große Chance einem Leben, wie es sich eure Seele erdacht hat, immer näher zu kommen. Wenn etwas Altes geht, ist Platz für Neues, für etwas, das euch noch mehr entspricht, das euch zufriedener sein lässt, euch noch mehr erfüllt, euch noch mehr euch selbst sein lässt.

Seid radikal ehrlich zu euch selbst und schaut ganz genau hin. Hat euch der Job wirklich noch erfüllt? War die Beziehung wirklich noch lebendig, ward ihr darin noch lebendig, war Wachstum möglich? War die Freundschaft wirklich noch nährend?

Habt also keine Angst! Geht mit Mut durch all den Aufruhr und fragt euch, was denn wohl jetzt noch Besseres nachkommen mag. Denn wenn nicht das passiert, was wir gerne hätten, passiert das, was besser für uns ist. ;) Habt auch Mut zum Träumen und an das bisher scheinbar Unmögliche zu glauben, an ein Leben in Leichtigkeit und Fülle. An ein Leben, das schon fast zu schön ist, um wahr zu sein. All das ist jetzt möglich, wenn all das Alte in Liebe verabschiedet wird.

Ihr habt es in der Hand! Ihr entscheidet, wie ihr auf all die Herausforderungen reagiert. Sagt ihr ja oder nein dazu? Wehrt ihr euch dagegen, oder nehmt ihr es an und schaut, was es euch zeigen möchte?

Ich wünsche mir, dass ihr mit einem ganz großen JA all das annehmen könnt, mit dem Wissen, dass das Alte jetzt in Liebe gehen kann, mit dem Wissen, dass nur Platz für Neues ist, wenn man Altes gehen lässt und dafür jetzt die Zeit reif ist, mit dem Wissen, dass nichts geschieht, ohne eine positive Absicht für euch! JETZT ist genau der richtige Moment, noch mehr du selbst zu werden!

Herzensgrüße von mir!
Anja


Was mir noch hilft, solch herausfordernde Zeiten, gut zu überstehen, findet ihr in diesem Artikel: Was mir hilft, meinen Weg zu gehen!




Foto: Anja Reiche